Archiv für die Kategorie ‘Rezensionen’

Cupcake Empire

Veröffentlicht: 31. Mai 2019 in Rezensionen
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Box Cover

Ein Spiel von Ludonova für 2-4 Spieler

Übersicht

In Cupcake Empire versuchen die Spieler – wie der Name schon sagt – das erfolgreichste Cupcake Imperium zu errichten. Um dies zu tun, müssen sie ihren Absatz und ihre Produktion gleichermaßen steigern, um möglichst viel Umsatz (also Siegpunkte) zu erlangen.

Kernstück des Spiels ist ein innovativer und hochinteressanter Würfelmechanismus: Aktionen können ausgeführt werden, wenn in einer Spalte entsprechende viele Würfel der selben Zahl liegen. Hat man beispielsweise 3 Würfel in einer Spalte kann man die einfachste Version der Aktion ausführen, bei 5 Würfeln die verbesserte Version und bei 6 Würfeln die beste Aktion. Alle verwendeten Würfel werden anschließend neu gewürfelt und in der Regel neu auf die Spalten verteilt. Somit variieren die Aktionsmöglichkeiten. Um die Aktionsmöglichkeiten nicht zu sehr einzuschränken, kann ein Würfel in der passenden Spaltenfarbe direkt die nächste bzw. nächst bessere Aktion freischalten. Selbiges gilt für die pinken Jokerwürfel.

Aktionsmöglichkeiten sind beispielsweise das erwerben von Rezepten in Form von Muffins oder Topping, die dann in unterschiedlichen Kombination zusammengesetzt werden können, und die Produktion anzukurbeln. Außerdem kann man über die Aktionen Bäckereien oder Verkaufsstände errichten, um den Absatz zu steigern. Zu guter Letzt kann man Kunden bedienen. Diese zeigen dabei durch ihre Kleidung an, welche Cupcakes sie gerne essen. So bedeutet z.B. braune Hose und grünes Hemd, dass der Kunde gerne einen Schokomuffin mit Minztopping hätte.

Zusätzlich kann man die verschiedenen Aktionsspalten durch Verbesserungen aufwerten und so mehrere Aktionen kombinieren. Offen liegende Ziele geben den Spielern eine weitere Möglichkeit, Punkte zu generieren.

Cupcake Empire ist ein Punkte-Wettrennen: Das Spiel endet, sobald ein Spieler 70 Punkte erreicht bzw. überschreitet. Da man sein Punkteeinkommen kontinuierlich steigert, dauert eine Partie also nicht allzu lange und man muss die Gegner gut im Blick haben, um nicht vom Ende überrascht zu werden. Kommen wir nun zu den einzelnen Wertungen:

Spielgrafik

Die Grafik hat mich vollkommen überzeugt. Knallige Farben, schöne Charaktere, Cupcakes, bei denen einem das Wasser im Mund zusammen läuft und eine gute Ikonografie fügen sich zu einem hervorragend passendem Gesamtbild. Einen Stern Abzug gibt es, weil die Anordnung der Punkte und „Hausnummern“ auf dem Spielplan unübersichtlich ist und in verschiedenen Spielrunden immer wieder für Verwirrung gesorgt hat. Insgesamt somit 4 Sterne.

Materialqualität

Insgesamt ist die Materialqualität sehr gut. Die Kundenmeeple sind groß und aus Holz, genau wie die kleinen Cupcake-Stände und Bäckereien der Spieler. Die Würfel sind matt und neonfarben und begeistern mich jedes mal, wenn das Spiel auf den Tisch kommt, aufs Neue! Einen Stern Abzug gibt es für teilweise sehr kleine Teile wie die Punktemarker / Punkteleiste oder die Aktionsverbesserungen. Das kann teilweise schon fiddelig werden. Auch hier sehr gute 4 Sterne.

Spielanleitung

Die Spielanleitung (englisch) lässt keine Fragen offen, ist vernünftig strukturiert und mit genügend Beispielen ausgestattet. Hier gibt es nichts zu bemängeln und somit volle 5 Sterne!

Wiederspielbarkeit

Der Spielaufbau unterscheidet sich von Partie zu Partie durch die Anordnung der Kunden und durch die offen ausliegenden gemeinsame Ziele. Durch den Würfelmechanismus muss man sich außerdem immer ein Wenig nach den Gegebenheiten richten, sodass keine Partie der anderen gleicht. Dennoch folgt man im Prinzip immer dem gleichen Aufbau seines Imperiums. Deshalb gibt es hier 4 Sterne.

Spielgefühl

Cupcake Empire fühlt sich toll an und kam bis jetzt in allen Runden sehr gut an. Der Glücksfaktor durch das Würfeln hält sich in Grenzen und kann auf verschiedenen Wegen abgefedert werden. Das Thema ist hervorragend umgesetzt und die Liebe zum Detail gestaltet den Einstieg intuitiv und flüssig. Mit maximal 90 Minuten pro Partie (eher 60, je nach Grübler-Anteil) spielt es sich auch angenehm schnell und wird dabei nicht langweilig. Da man die Aktionen recht zügig ausführen kann und auch in den Zügen der Mitspieler betroffen ist, gibt es keine nennenswerte Downtime bis zum nächsten Zug. Die Interaktion beschränkt sich hauptsächlich auf das Wegnehmen von Kunden und Verbesserungen sowie das Verdrängen der gegnerischen Verkaufsstände. Das Ende kann manchmal etwas überraschend kommen und das Spiel ist oft vorbei, wenn man gerade richtig dabei ist. Diese Begrenzung ist gut und richtig, sorgt aber manchmal für ein sehr plötzliches Ende. Daher auch hier von mir 4 Sterne.

Fazit

Cupcake Empire überzeugt auf ganzer Linie! Thema, Grafik, Material und Anleitung sind ein tolles Gesamtpaket und machen Lust auf mehr Spiele aus dem Hause Ludonova. Der Würfelmechanismus ist innovativ und clever und ein tolles Herzstück des Spiels. Bei uns kommt es in jeder Besetzung immer wieder gerne auf den Tisch.

Insgesamt schafft es Cupcake Empire somit auf sehr gute 4,1 Sterne!*

*Bewertung: Grafik, Materialqualität und Spielanleitung werden einfach gewichtet, Wiederspielbarkeit dreifach und Spielgefühl zweifach.

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Cupcake Empire auf der Verlagsseite von Ludonova

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Quodd Heroes

Veröffentlicht: 24. Mai 2019 in Rezensionen
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Ein Spiel von wonderment games für 1 – 6 Spieler, bei dem die Spieler ihre würfelförmigen Helden über den Spielplan kullern lassen, um Rennen zu gewinnen, Kristalle einzusammeln oder andere, verrückte Szenarien zu erleben.

Spielgrafik

Die Grafik von Quodd Heroes überzeugt in jeder Hinsicht. Die Illustrationen sind liebevoll und Detailverliebt gestaltet. Jeder Held hat seine eigene Note verpasst bekommen und Landschaften und Karten fügen sich perfekt in das Gesamtbild ein. Die Miniaturen sind schön detailliert gestaltet und die 3D-Elemente des Spiels, wie z.B. Kristalle, Schafe oder Bombenwürfel sind ebenfalls sehr hochwertig und schön gestaltet.

Die Ikonografie im Spiel ist eindeutig und erleichtert das zuordnen von Fähigkeiten zu Aktionen etc. Insgesamt klare 5 Sterne!

Materialqualität

Die Materialqualität lässt wirklich nichts zu Beanstanden. Spielpläne und Token sind aus dicker Pappe, die Karten sind stabil und wertig und alle 3D-Elemente sind ebenfalls sehr hochwertig. Der Karton ist stabil und bietet genug Schutz für diesen Brocken im Spieleregal. Für mich auch 5 Sterne.

Spielanleitung

Die Spielanleitung ist leider die Schwachstelle von Quodd Heroes. Teilweise finden sich Fehler in der Anleitung, vielmehr werden aber nicht alle Details, die bei solch einem Spiel geklärt werden müssen, geklärt. Mittlerweile gibt es zum Glück bei Boardgamegeek und auf der Quodd Heroes Website ausführliche FAQs und Errata. Wenn man diese einmal durchgearbeitet hat, ist das Spiel wunderbar spielbar. In unseren Runden kamen auch keine Fragen mehr auf, die nicht zu lösen waren. Dennoch steht man hier leider vor einer Einstiegshürde, wenn man das Spiel zum ersten mal erlernt. Daher nur 3 Sterne.

Wiederspielbarkeit

Quodd Heroes kommt schon in der Grundausstattung mit etlichen Szenarien daher. Es gibt kooperative Szenarien, kompetitive Szenarien, Teamszenarien und Overlord-Szenarien bei denen einer gegen alle spielt. Außerdem kann man alle kooperativen Szenarien auch solo spielen. Durch die große Auswahl an verschiedenen Helden (6 in der retail-Version, 11 in der Kickstarter/Spieleschmiede-Version), den unterschiedlichen Karten und im Spiel einsetzbaren Gegenständen bietet schon das normale Grundspiel eine extrem hohe Wiederspielbarkeit. Zudem soll es künftig online einen Generator für Szenarien geben (zum Zeitpunkt des Reviews nicht online), sodass auch hier der Kreativitär keine Grenzen gesetzt sind. Für mich klare 5 Sterne.

Spielgefühl

Quodd Heroes darf und will nicht zu ernst genommen werden. Dafür ist die Unberechenbarkeit durch Ereignisse und die Mitspieler zu hoch. Wenn man sich darauf einlassen kann, spielt sich Quodd Heroes großartig. Die Länge der einzelnen Szenarien, die entweder eine Endbedingung haben, oder über eine bestimmte Anzahl Runden gehen, ufert nicht aus und durch die Interaktion zwischen den Spielern wird es auch nicht langweilig, den anderen bei Ihren Zügen zuzuschauen. Das purzeln der Würfel und die Elemente des Szenarios, wie z.B. Fallgruben, Laser oder fliegende Bomben machen einfach Spaß und durch die vielen verschiedenen Karten, kann man seine Züge immer wieder neu gestalten. Da die Karten im Spiel recht stark sind, muss man hier aber mit den Gegnern mitziehen, um nicht ins Hintertreffen zu gelangen. Insgesamt macht Quodd Heroes viel Spaß und lässt auch immer mal wieder die ein oder andere Hirnverzwirbelung zu. Da es bei manchen Szenarien immer mal wieder sehr willkürlich werden kann, gibt es von mir 4 Sterne

Fazit

Quodd Heroes macht Spaß. Zumindest, wenn man sich durch Anleitung, FAQ und Errata gekämpft hat und der unzähligen Materialien Herr geworden ist. Quodd Heroes ist aber nicht für jeden etwas. Ein gewisser Spaß am Unberechenbaren muss vorhanden sein. Vor allem, wenn man bedenkt, dass in manche Züge schon ordentlich Hirnschmalz fließen kann, um möglichst genau voraus zu planen. Die Kommunikation des Autors, der sehr auf die Spieler und Unterstützer eingeht ist allerdings sehr vorbildlich und lässt zumindest mich persönlich über den initialen Mehraufwand hinweg sehen. Das Material macht auf jeden Fall ordentlich was her und verleiht dem Spiel die passende Atmosphäre. Ich bin froh, ein Exemplar ergattert zu haben und werde noch viele weitere Partien spielen.

Insgesamt bekommt Quodd Heroes somit von mir 4,5 Sterne!*

*Bewertung: Grafik, Materialqualität und Spielanleitung werden einfach gewichtet, Wiederspielbarkeit dreifach und Spielgefühl zweifach.

Links

Quodd Heroes Foren

Quodd Heroes bei Boardgamegeek

Quodd Heroes Spieleschmiede-Projekt

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Im Namen Odins

Veröffentlicht: 12. November 2016 in Rezensionen

Ein Spiel für 2-5 Spieler

Cover

In Im Namen Odins versuchen die Spieler durch geschicktes Nutzen verschiedener Aktionen der einflussreichste Jarl zu werden. Dabei können sie Wikinger anheuern, um zu plündern, ihr Dorf ausbauen und Schiffe oder Helden anwerben. Eines vorweg: Ich habe auf der Messe die englische Version „In the name of Odin“erstanden. Auch die Bilder sind von der englischen Version, somit ist der Kartentext logischerweise auch englisch. Wie ich heute festgestellt habe, wird es das Spiel aber vom Heidelberger Spieleverlag auch auf deutsch geben. Ein Grund mehr also, sich genauer damit zu beschäftigen!

Spielmaterial- und Aufbau

Die Ausstattung des Spiels ist auf jeden Fall opulent. Als erstes ins Auge fallen der riesige, schön gestaltete Spielplan und die Wikinger-Miniaturen. Es gibt 3 verschiedene Miniaturen in Rot, Blau und Grau. Auch die zahllosen Karten sind grafisch ein Hingucker und das ganze Spiel schafft es durch das Artwork eine schöne, teils düstere Atmosphäre zu schaffen. Die Spielertableaus sind aus dünner Pappe, der Spielplan und die Tokens aus sehr wertiger, dicker Pappe. Auch die Karten machen einen guten Eindruck und sind auch nach einigen Partien noch nicht sichtbar abgenutzt. Einziger minimaler Kritikpunkt: Für die 5 Spieler gibt es je eine Wertungsscheibe aus Holz. Die Farben, die hier gewählt wurden sind dann eher nicht stimmungsförderlich (der lila Wikinger passt nicht so ganz ins Bild) und jede Scheibe ist nur einmal enthalten. Da es sonst kein Material in Spielerfarbe gibt, wäre jeweils eine zweite Scheibe zur Zuordnung sicher hilfreich gewesen.

Miniaturen

Karten

Zu Beginn des Spieles werden die jeweiligen Kartendecks gemischt und auf die entsprechenden Felder des Spielplans werden Karten offen ausgelegt. Für jeden Nachziehstapel gibt es auch ein entsprechendes Feld auf dem Spielplan. Von den Raid-Karten wird abhängig von der Spielerzahl nur eine gewisse Anzahl bereitgelegt. Jeder Spieler erhält ein Tableau und 6 Aktionskarten. Die Wikinger-Miniaturen werden in der Methalle bereitgestellt und die Tokens auf den entsprechenden Feldern platziert und es kann losgehen.

Spielaufbau

Spielablauf

Das Spiel wird über mehrere Runden gespielt, bis alle Raid-Karten abgehandelt wurden. Wenn ein Spieler am Zug ist, hat er mehrere Aktionen zur Auswahl, die er beliebig oft und in beliebiger Reihenfolge durchführen kann, so lange er sie mit Aktionskarten bezahlen kann. Auf den Aktionskarten sind immer zwei Kartensymbole zu sehen: Das obere steht für eine der drei Wikingerarten, das untere wird für die anderen Aktionen benötigt. Auch hier gibt es drei verschiedene Symbole. Jede Karte kann nur einmal verwendet werden, man muss sich also entscheiden, für welche Aktion man eines der entsprechenden Symbole nutzt. Am Ende eines Zuges zieht der Spieler wieder auf 6 Handkarten auf. Im wesentlichen haben die Spieler folgende Aktionen zur Verfügung:

Tauschen

Einmal pro Zug darf ein Spieler eine Handkarte mit einer offen liegenden Karte der Auslage tauschen. Zusätzlich kann er vor dem Tausch eine Handkarte abgeben, um die Auslage komplett zu erneuern.

Helden anheuern

Für die entsprechende Anzahl an Heldensymbolen (2-4) kann sich der Spieler einen der Helden aus der Auslage nehmen. Helden haben entweder einen Raid-Effekt, der beim plündern zum Einsatz kommt, oder eine bestimmte Aktion. Außerdem haben sie ein Symbol in einer der Wikingerfarben und dienen beim Plündern als Unterstützung. Ohne Held darf ein Spieler nicht plündern! Hat ein Spieler bereits einen Helden in seiner Auslage, muss er diesen sofort ablegen, wenn er einen neuen kauft.

Heldenaktion nutzen

Nutzt ein Spieler die Aktion seines Helden, führt er sie den Anweisungen gemäß aus und legt den Held danach ab. Helden werden (wie alle anderen Karten mit Ausnahme der Aktionskarten) immer wieder unter den Nachziehstapel gelegt.

Ein Schiff bauen

Gibt ein Spieler 3 Schiff-Symbole ab, kann er sich ein Schiff nehmen. Ein Schiff kann nicht wieder abgelegt werden, es sei denn, es wird durch Plündern zerstört. Schiffe haben eine Reichweite (1-4), bringen bei Spielende evtl. Siegpunkte ein und haben unterstützen teilweise bei der Plünderung durch entsprechende Symbole.

Ein Schiff reparieren / zurückholen

Für 2 Schiff-Symbole kann ein Spieler einen Schaden von seinem Schiff entfernen oder es nach einer Plünderung zurück holen.

Ein Bautoken erwerben

Bautoken werden zum Errichten von Gebäuden benötigt. Sie werden jedoch immer teurer, da ihr Preis gleich der Summe der Gebäude plus vorhandene Bautoken plus 1 eins ist. Dieser Preis ist in grünen Bau-Symbolen zu zahlen. Das erste Bautoken kostet also nur ein Symbol, das zweite schon 2 usw.

Ein Gebäude errichten

Jeder Spieler kann 5 verschiedene Gebäude errichten. Jede Gebäudeart hat ein für sie vorgesehenes Feld auf dem Tableau und kann somit auch nur einmal gebaut werden. Um ein Gebäude zu bauen, muss man ein Bautoken sowie 3 grüne Bau-Symbole abgeben. Die verschiedenen Gebäude haben immer eine grundsätzliche Funktion und eine besondere. So kann z.B. das Handkartenlimit auf 7 erhöht werden, das Wikingerlimit auf 14, die Anzahl Schiffe auf 2 usw. Außerdem bieten die meisten Gebäude ein Bonussymbol, das einmal pro Runde für die Aktionen genutzt werden kann.

Wikinger rekrutieren

Gegen Abgabe der entsprechenden Symbole kann man Wikinger rekrutieren. Dabei darf ein Spieler maximal 10 Wikinger besitzen. Gibt man 1/2/3 gleiche Symbole ab, erhält man dafür 1/3/6 Wikinger derselben Farbe.

Plündern

Um zu plündern muss ein Spieler einen Helden, ein Schiff und ausreichend Wikinger haben. Außerdem muss sein Schiff die entsprechende Reichweite des Ortes, der geplündert werden soll vorweisen. Der Spieler benennt den Ort und gibt die entsprechend abgebildeten Wikinger in den Vorrat ab. Dabei kann er die Boni seines Helden und seines Schiffes sowie die Boni von Gebäuden nutzen. Dann darf jeder Spieler eine Karte aus der Hand ablegen, bis insgesamt 3 Karten ausgelegt wurden. Falls nicht genug Spieler Karten ablegen, werden die übrigen vom Stapel aufgedeckt., Die nun offen liegenden Aktionssymbole kann der plündernde Spieler durch Abgabe der selben Symbole entfernen. Je weniger er entfernen kann, desto schlechter wird seine Punkteausbeute. Er erhält anschließend sofort die entsprechenden Siegpunkte für die gesamte Plünderung. Dann bekommt sein Schiff einen Schadensmarker und wird umgedreht, da es nun erst nach Hause zurückgeholt werden muss. Jeder Schadensmarker reduziert dabei die Reichweite eines Schiffes um 1. Wenn ein Schiff eine Reichweite von null hat, versinkt es sofort und wird abgelegt. Auch der Held verlässt den Spieler nach der Plünderung

Plünderung

Spielende

Nachdem der letzte Ort geplündert wurde, endet das Spiel sofort, es dürfen keine weiteren Aktionen mehr durchgeführt werden. Die Spieler addieren die Siegpunkte ihrer Gebäude und Schiffe zu den bereits gesammelten Punkten. Dann gibt es noch Punkte für Wikinger: 1 Punkt je 3er Set einer Farbe und 1 Punkt je 3er Set aus 3 verschiedenen Farben. Dabei kann ein Wikiinger zu 2 Sets gehören. Der Spieler mit den meisten Punkten ist der einflussreichste Jarl und gewinnt!

Tableau

Fazit

Im Namen Odins ist ein schönes, stimmiges Spiel mit einfachen Mechanismen. Es ist schnell gelernt und schnell gespielt. Das Material und die Grafik stechen heraus und lassen (bis auf die Holzscheiben) keine Wünsche übrig. Das Spiel bietet verschiedene Möglichkeiten, Punkte zu generieren und man sollte seine Mitspieler ständig im Auge behalten, da sie einem gerne die Pläne durchkreuzen. Direkte Interaktion gibt es jedoch nicht, nur durch Wegnehmen entsprechender Karten kann man den anderen Schaden. Insgesamt habe ich bei der opulenten Aufmachung des Spiels ein etwas komplexeres Spiel erwartet. Trotzdem war ich nicht enttäuscht, da es gerade mit Gelegenheitsspielern gut zu spielen ist. Und das beste aus den wenigen Handkarten zu machen fordert auch Vielspieler heraus. Trotzdem wird es in meiner Vielspielerrunde eher seltener auf den Tisch kommen. Zu zweit habe ich es bis jetzt nicht ausprobiert. Am besten gefällt es mir zu dritt oder zu viert, da bei 5 Spielern die Downtime doch recht hoch ist, vor allem im Vergleich zur gebotenen Komplexität. Alles in allem macht man bei „Im Namen Odins“ also nichts verkehrt, wenn man ein schönes, einfaches Spiel sucht und am besten das Thema Wikinger gerne mag. Wenn man auf der Suche nach einem komplexen Strategiespiel ist, sollte man allerdings weitersuchen.

Board I

Board II

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Kanagawa

Veröffentlicht: 23. Oktober 2016 in Rezensionen
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Ein Spiel für 2-4 Spieler

Cover

In Kanagawa versuchen die Spieler, durch das geschickte Platzieren von Karten das wertvollste Gemälde zu malen, um sich so die Gunst des Meisters zu sichern.

Spielmaterial und -aufbau

Zunächst mal vorweg – Iello hat dieses Jahr das erste mal mehrere Spiele direkt selbst auf deutsch herausgebracht. Das war für mich der Ausschlag, mich bereits im Vorfeld etwas genauer mit den diesjährigen Neuheiten auseinanderzusetzen. Vor allem die unglaublich detailverliebte und schöne Grafik der Spiele hatte es mir schnell angetan. Zu Kanagawa habe ich im Vorfeld nicht so viele Informationen gefunden, sodass ich es auf der Messe ausprobiert habe. Nach einer Partie zu viert haben wir alle beschlossen, das Spiel zu kaufen und bisher bereue ich es nicht.

Details

Hingucker bei Kanagawa sind zum einen die kleinen, hölzernen Farbtöpfe und zum anderen ist es die schöne Bambusmatte, die als Kartenauslage fungiert. Die Karten sind schön detailliert gezeichnet und fügen sich nebeneinander gelegt zu einem großen Gemälde zusammen. Die verschiedenen Diplome und die Startateliers der Spieler sind aus dicker, stabiler Pappe.

Material

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler zufällig eines der Startateliers und 2 Farbtöpfe. Die Diplome werden alle nach Farben sortiert bereitgelegt und auf dem Spielplan wird die erste Reihe mit Karten aufgefüllt.

Aufbau

Spielablauf

Ist ein Spieler am Zug, kann er sich entscheiden, Karten zu nehmen oder abzuwarten. Nimmt er Karten, muss er alle Karten einer Spalte nehmen und bei sich anlegen. Nimmt er keine Karten, ist der nächste Spieler mit seiner Entscheidung an der Reihe. Wenn sich alle Spieler entschieden haben und noch nicht alle Spieler karten genommen haben, wird unter den verbleibenden Karten die nächste Reihe mit Karten aufgefüllt. Dabei ist wichtig, dass manche Karten offen, manche jedoch verdeckt bereitgelegt werden. Je länger ein Spieler also mit dem Nehmen der Karten wartet, desto mehr Karten bekommt er. Es wird allerdings auch immer unwahrscheinlicher, genau die Karten zu bekommen, die man gerne haben möchte. Am Ende einer Runde hat jeder Spieler genau einmal eine Spalte mit Karten genommen.

Das Anlegen der Karten bietet zwei Möglichkeiten: Entweder ich lege sie in mein Atelier (den unteren Bereich meiner Auslage) oder ich lege sie an mein Gemälde (den oberen Bereich) an. Wenn ich sie in mein Atelier lege, erhalte ich verschiedene Boni und/oder neue Farben, die ich malen kann. Um eine Karte an mein Gemälde anzulegen, muss ich die passende Farbe in meinem Atelier haben und einen Farbtopf haben, der in der aktuellen Runde noch nicht verwendet wurde. Manche Gemäldekarten erfordern sogar 2 Farben. Wenn ich zwar einen unbenutzten Farbtopf habe, dieser jedoch auf einer anderen Farbe steht, muss ich ihn zunächst auf die passende Farbe verschieben. Grundsätzlich darf ich auf diese Weise nur einen Farbtopf pro Runde verschieben. Wenn ich auf diese Weise alle meine Karten angelegt habe, ist der nächste Spieler am Zug.

Die Atelierkarten

Es gibt verschiedene Boni, die ich neben den neuen Farben über das Anlegen in meinem Atelierbereich erhalten kann:

  • Siegpunkte für die Schlusswertung
  • Zusätzliche Farbtöpfe
  • Zusätzliche Bewegungen, um Farbtöpfe zu verschieben
  • Die Möglichkeit, eine oder mehrere Karten für spätere Runden auf der Hand zu halten
  • Die Möglichkeit, in der nächsten Runde Startspieler zu werden
Atelier

Die Gemäldekarten

Es gibt 4 verschiedene Gemäldekartenarten, die unterschiedliche Elemente für die Wertung beinhalten

  • Gebäudekarten haben 0 oder 1 Gebäude abgebildet
  • Baumkarten haben 0-3 Bäume abgebildet
  • Charakterkarten haben 0 oder 1 Charakter abgebildet
  • Tierkarten haben 0 oder 1 Tier abgebildet

Zusätzlich gehört jede Karte zu einer der 4 Jahreszeiten.

Gemälde

Diplome

Jedes mal, wenn ein Spieler die Voraussetzungen für ein Diplom beim anlegen einer Karte erfüllt, muss er sich sofort entscheiden, ob er das entsprechende Diplom nehmen möchte. Die Diplome bringen am Ende des Spiels Siegpunkte ein und können andere Boni bringen. Wählt man ein Diplom einer Farbe (z.B. genau 4 Bäume auf dem Gemälde), nimmt man es und darf von dieser Farbe im Spielverlauf kein weiteres Diplom wählen. Nimmt man es nicht (um beispielsweise zu versuchen, das bessere Diplom derselben Farbe zu erlangen), hat man später keine Möglichkeit mehr, dass soeben erreichte Diplom doch noch zu erlangen.

Jahreszeiten und Wertung

Am Spielende erhalten die Spieler zusätzlich zu den Punkten für ihre Karten und Diplome auch Punkte für die längste zusammenhängende Serie von Gemäldekarten derselben Jahreszeit. Gewitterwolken (die man auch als platzierbare Bonusplättchen über einige Diplome bekommen kann) zählen hierbei als Joker. Das Spiel endet, wenn ein Spieler 11 Karten an sein Gemälde angelegt hat, oder wenn der Kartenstapel aufgebraucht ist. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt das Spiel.

fertig

Fazit

Kanagawa hat mich nicht nur wegen der wunderschönen Aufmachung, sondern auch wegen des einfachen Spielprinzips voll und ganz überzeugt. Die Regeln sind schnell gespielt, das Spiel spielt sich flüssig und mit wenig Downtime. Und trotzdem bietet es genug Möglichkeiten, verschiedene Wege zu gehen. Versucht man, ein möglichst tolles Gemälde einer Jahreszeit zu malen? Oder spielt man viel mehr auf die Diplome? Soll man sein Atelier immer weiter vergrößern, um flexibel zu sein oder läuft einem die Zeit davon? Auch die Tatsache, dass warten mit mehr Karten gelohnt wird, macht es spannend, da man oftmals auf ganz bestimmte Karten warten muss und sich dann entscheiden muss – Karte oder warten? Kanagawa funktioniert mit allen angegebenen Spielerzahlen, für mich entfaltet es seinen Reiz allerdings erst mit 3 oder 4 Spielern, wobei ich es am liebsten zu viert spiele. Wer also ein schnell erklärtes und trotzdem nicht langweiliges Spiel zum günstigen Preis sucht, ist bei Kanagawa genau richtig!

Regel
farben

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Fold-It

Veröffentlicht: 21. Oktober 2016 in Rezensionen
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Ein Spiel für 1-5 Spieler

Cover

In Fold-It versuchen die Spieler ein mit verschiedenen Gerichten bedrucktes Tuch möglichst schnell so zu falten, dass nur noch die auf einer Karte vorgegebenen Gerichte sichtbar sind.

Spielmaterial und Aufbau

Fold-It war auf der diesjährigen Spiel ein Geheimtipp und bereits Donnerstag Nachmittag ausverkauft. Das simple aber geniale Spielprinzip ist genau das richtige für alle Tüftler. Das Spielmaterial besteht aus 5 seidenen Tüchern, die alle mit dem gleichen Muster bedruckt sind, zwei verschiedenen Kartenstapeln (Anfänger & Fortgeschrittene), Sterntoken und hölzernen Fold-It! Scheiben.

Material

Der Spielaufbau ist denkbar einfach: Jeder Spieler erhält 3 Sterntoken und ein Tuch. Von den Holzscheiben werden 1 weniger als Spieler in der Mitte bereitgelegt. Von den Kartenstapeln wird entweder der für Einsteiger oder für Fortgeschrittene bereitgelegt.

Spielablauf

Ein Spieler zählt bis 3 und deckt dann die oberste Karte des Stapels auf. Nun müssen alle Spieler zeitgleich versuchen, ihr Tuch so zu falten, dass nur die auf der Karte abgebildeten Gerichte oben liegen. Dabei darf nur an den graden Kanten gefaltet werden. Wer meint, die richtigen Gerichte „erfaltet“ zu haben, nimmt sich eine der Holzscheiben und legt sie auf sein Kunstwerk. Der Spieler, der am längsten braucht und somit keine Holzscheibe mehr bekommt, muss einen Stern abgeben. Danach wird geprüft, ob alle Spieler auch wirklich das richtige Ergebnis zusammengefaltet haben. Sollt einem Spieler ein Fehler unterlaufen sein, muss auch er einen Stern abgeben. Der Spieler, der zuletzt noch einen oder mehrere Sterne vor sich ausliegen hat, gewinnt das Spiel.

Geschafft

Fazit

Fold-It klingt simpel und ist simpel – zumindest vom Ablauf. Die tatsächliche Umsetzung der Aufgabe ist dagegen auf einen ganz anderen Tuch beschrieben. Interessanterweise gab es bis jetzt nur hop oder top: Die einen lieben das Spiel direkt und wollen eine Runde nach der anderen spielen, während die anderen nach einer Runde entnervt das Handtuch werfen. Wer also hektische Spiele, bei denen abstrakte Vorstellung gefordert wird nicht mag, sollte die Finger von Fold-It lassen. Mir persönlich macht es unheimlich Spaß, auch wenn ich bis jetzt immer Gegner gefunden habe, bei denen ich keine Chance hatte. Auch die Eigenschaften des Stoffs sollte man nicht unterschätzen. Da er doch recht rutschig ist, gehört auch eine kleine Portion Geschicklichkeit dazu, vor allem weil man unter Zeitdruck dazu neigt, nicht so sorgfältig zu falten. Besonders spannend ist es, wenn nur noch 2 Spieler verbleiben (oder man zu zweit spielt), da man dann nicht mehr versuchen kann, einfach nur nicht der Langsamste zu sein. Für mich ein kleines Highlight der Messe und – falls es wieder verfügbar wird – für jeden zu empfehlen, der auf diese Art von Spielen steht.

Ende

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Terraforming Mars

Veröffentlicht: 4. Oktober 2016 in Rezensionen
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Ein Spiel für 1 – 5 Spieler

Cover

Terraforming Mars ist eine der diesjährigen Neuheiten des Schwerkraft-Verlages. Ursprünglich auf Kickstarter finanziert, bekommt man hier eine komplett deutsche Version inklusive der Erweiterung „Zeitalter der Konzerne“, die aus einem zusätzlichen Kartendeck besteht.

Spielmaterial und -aufbau

Beim Auspacken des Spiels fallen sofort die glänzenden Würfel ins Auge, die zum Anzeigen der Ressourcen dienen. Kleine, bronzefarbene Würfel symbolisieren 1 Ressource, mittelgroße, silberfarbene Würfel 5 Ressourcen und die großen, goldenen Würfel 10 Ressourcen. Neben den verschiedenen Terraform-Plättchen, kleinen, transparenten Würfeln in Spielerfarbe und einer riesigen Menge Karten fällt auch der schön gestaltete Spielplan ins Auge. Aber überzeugt euch selbst:

Ressourcen

Spielplan

Plättchen

Spieler

Die Gestaltung der Karten ist sicherlich Geschmackssache, hier gibt es teilweise Fotos, oder fotoähnliche Grafiken, teilweise Zeichnungen:

Karten 2

Karten 1

Jeder Spieler erhält ein Spielertableau, auf dem er alle seine Rohstoffe verwaltet. So sammelt er in den dafür vorgesehenen Feldern die entsprechenden Ressourcen und zeigt auf der Leiste darunter die aktuelle Produktion der entsprechenden Ressource an. In der Einstiegsvariante startet jeder Spieler mit 42 Megacredits (M€) und einer Produktion jeder Ressource von 1. Zusätzlich startet jeder Spieler mit einer Auswahl von 10 Karten. Der Terraformwert jedes Spielers liegt zu Beginn des Spiels bei 20. Der Terraformwert stellt das Basiseinkommen eines Spielers da. Außerdem entspricht er am Spielende den Siegpunkten, die ein Spieler zu Beginn der Schlusswertung hat.

Tableaus

Sämtliche Plättchen und Ressourcen werden neben dem Spielplan bereitgelegt und das Spiel kann beginnen.

Spielablauf

In einer unbestimmten Anzahl Runden versuchen die Spieler nun, den Mars zu besiedeln. Jeder Spieler kontrolliert einen Konzern, der durch Entwicklungen, Bauwerke und Terraforming des Planeten versucht, die meisten Siegpunkte zu erzielen. Um den Mars erfolgreich zu besiedeln, müssen 3 sogenannte Parameter angepasst werden: Die Temperatur muss auf +8 Grad Celsius angehoben werden (wir starten bei -30 C°), der Sauerstoffgehalt muss auf 14 % angehoben werden (wir starten bei 0%) und es muss genug Wasser vorhanden sein – im Spiel bedeutet dies, dass 9 Ozeane auf dem Mars platziert werden müssen. Wenn diese 3 Bedingungen erfüllt sind, endet das Spiel und der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt.

Eine Runde läuft (abgesehen von der ersten Runde) immer gleich ab:

Phase 1: Startspielerwechsel

Der nächste Spieler im Uhrzeigersinn wird neuer Startspieler

Phase 2: Karten erhalten

Alle Spieler erhalten 4 Karten. Diese können sie ansehen und beliebig viele davon behalten, allerdings kostet jede Karte, die man behalten möchte, 3 M€. (In der ersten Runde erhalten die Spieler 10 Karten und können davon beliebig viele für je 3 M€ erwerben.)

Phase 3: Aktionsphase

Die Aktionsphase ist logischerweise das Herzstück des Spiels. Hier sind die Spieler reihum am Zug und wer am Zug ist, kann eine oder zwei der folgenden Aktionen ausführen:

  • Standard-Projekt ausführen: Dies sind verschiedene Aktionen, die alle Spieler jederzeit ausführen können, wie z.B. für einen bestimmten Geldbetrag ein Feld terraformen oder die Energieproduktion zu steigern.
  • Meilenstein oder Auszeichnung finanzieren: Hier können die Spieler für die Schlusswertung Punkte Sammeln. Meilensteine müssen bereits erreicht sein und bringen dem Spieler, der sie zuerst bezahlt am Ende des Spiels Siegpunkte, während Auszeichnungen am Ende dem Spieler Punkte bringen, der die Bedingungen erfüllt, unabhängig davon, wer sie bezahlt hat.
  • Die Temperatur erhöhen: Für 8 gesammelte Wärme-Ressourcen kann man die Temperatur auf dem Mars um 2 C° erhöhen.
  • Eine Grünfläche bauen: Für 8 gesammelte Pflanzen-Ressourcen kann man eine Grünfläche auf dem Mars bauen und dadurch zusätzlich den Sauerstoffgehalt um 1% erhöhen.
  • Eine Karte spielen oder die Aktion einer Karten nutzen: Diese Aktion ist der Hauptmechanismus des ganzen Spiels. Die Karten unterteilen sich in 3 Arten: Rote Karten, die einmal gespielt und dann verdeckt gesammelt werden. Grüne karten, die einmal gespielt werden und dann offen gesammelt werden, da die auf ihnen abgedruckten Symbole im weiteren Spielverlauf relevant sind. Blaue Karten, die zwar auch einen Soforteffekt haben können, im weiteren Spielverlauf aber entweder einen dauerhaften Effekt oder eine zusätzliche Aktion zur Verfügung stellen. Um eine Karte zu spielen müssen zwei Dinge beachtet werden: Zum Einen müssen die entsprechenden Kosten in M€ gezahlt werden (hierbei kann man eventuelle Rabatte durch Ressourcen erhalten), zum Anderen muss die genannte Bedingung (so vorhanden) erfüllt sein. Dies kann z.B. ein Mindest- oder Maximalgehalt an Sauerstoff oder eine gewisse Anzahl an bestimmten Symbolen auf ausgespielten Karten sein. Wenn man eine karte ausspielt führt man den Soforteffekt aus. Hier gibt es alles, was man sich vorstellen kann. Das Spiel enthält 200 individuelle Karten! Man kann Städte bauen, Produktionen erhöhen, Tiere oder Mikroorganismen sammeln, anderen Spielern Ressourcen oder Produktionen zerstören, Karten günstiger bekommen, und, und, und.

Nachdem alle Spieler gepasst haben, endet die Aktionsphase

Phase 4: Produktionsphase

Alle Spieler produzieren Ressourcen entsprechend ihres jeweiligen Produktionswertes. Überschüssige Energie aus der aktuellen Runde wird zuvor in Wärme umgewandelt.

Spielende

Die Runde, in der alle globalen Parameter erfüllt werden, wird zu Ende gespielt und nach der Produktionsphase können alle Spieler noch vorhandene Pflanzen in Grünflächen umwandeln. Dann gibt es eine Schlusswertung. Punkte gibt es für:

  • Den Terraformwert
  • Grünflächen auf dem Mars (1 eigene Grünfläche = 1 Punkt)
  • Städte auf dem Mars (Jede an eine eigene Stadt angrenzende Grünfläche gibt 1 Punkt)
  • Meilensteine
  • Auszeichnungen
  • Punkte auf den Karten

Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Auslage

Fazit

Terraforming Mars hat mich komplett begeistert. Dafür gibt es mehrere Gründe:

Das Thema ist in diesem Spiel so genial und realistisch umgesetzt, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe. Normalerweise ignoriere ich atmosphärische Begleittexte auf Karten grundsätzlich, aber bei Terraforming Mars lese ich sie immer wieder gerne und muss oft laut lachen. Die verschiedenen Kartentypen unterstützen ebenfalls das Thema grandios, wenn ich zum Beispiel Haustiere habe, die mit jeder Stadt mehr werden oder kleine, fiese Viren, die sich mit jeder Lebensform ausbreiten, dann macht das einfach Spaß.

Das Spielmaterial ist hervorragend. Kritiker mögen sich über die recht dünnen Spielertableaus beschweren aber ganz ehrlich: Die lege ich zu Beginn des Spieles auf meinen Platz und dann bleiben sie da liegen. Wozu sollen die aus dicker Pappe sein? Die schönen, glänzenden Würfel machen echt was her und haben bis jetzt jeden Mitspieler begeistert. Hier hoffe ich nur, dass der Lack auch viele Partien aushält. Die Karten sind alle individuell illustriert und benannt, und nur ganz wenige Karten haben den gleichen Effekt (bewusst sind mir bis jetzt nur 2 aufgefallen). Mir persönlich gefällt der Stil der Grafiken auf den Karten, da sie das Gefühl eines „realistischen“ Szenarios bestens unterstützen. Der Spielplan schafft den Spagat aus Funktionalität und Übersichtlichkeit und mit den Übersichtskarten können sich auch Einsteiger perfekt durch das Spiel navigieren.

Das Spielgefühl überzeugt mich (und bis jetzt auch alle Mitspieler) vollkommen! Sowohl zu zweit als auch zu viert macht es Spaß und der Wiederspielreiz ist durch zusätzliche Karten und mögliche Regelvariationen enorm. Die Tatsache, dass es so viele verschiedene Karten gibt, die einem verschiedene Strategien und Entscheidungen zur Verfügung stehen, lässt mein Spielerherz aufgehen. Natürlich ist eine gewisse Abhängigkeit von den gezogenen Karten nicht zu leugnen aber gerade hier schafft es Terraforming Mars, durch genügend Variationen keine Ausweglosigkeit aufkommen zu lassen. Wer natürlich von Anfang bis Ende eines Spiels alles komplett unter Kontrolle haben will, sollte das Spiel erstmal antesten. Die Spieldauer ist mit ca. 2 Stunden (unabhängig von der Spielerzahl) recht üppig, trotzdem hatten wir nie das Gefühl, so lange gespielt zu haben. Dadurch, dass ein Spieler maximal 2 Aktionen pro Zug machen kann, ist auch die Downtime sehr gering, sodass man nicht das Gefühl hat, ewig nicht am Zug zu sein.

Alles in allem kann ich Terraforming Mars trotz seines momentan recht stolzen Preises von 60€ vorbehaltlos jedem Empfehlen, der auf kartengetriebene Spiele mit Ressourcenmanagement steht.

Shiny

Böhmische Dörfer

Veröffentlicht: 4. Oktober 2016 in Rezensionen

Ein Spiel für 2-5 Spieler

Cover

Böhmische Dörfer ist ein schnelles Würfelspiel für 2-5 Spieler, bei dem die Spieler versuchen, durch geschicktes platzieren ihrer Arbeiter in den Gebäuden der böhmischen Dörfer möglichst viel Geld zu erlangen.

Spielmaterial und -aufbau

Obwohl es sich um ein reines Würfelspiel handelt, enthält das Spiel nur 4 schlichte, weiße Holzwürfel. Das übrige Material ist aber durchweg hochwertig. So gibt es für jeden Spieler 13 schöne Holzmeeple, die 9 Dorftableaus sind aus schöner, dicker Pappe und die Geldmarker und sonstige Marker sind ebenfalls aus dicker Pappe. Schön sind auch die dicken Übersichtstafeln, von denen es für jeden Spieler eine gibt.

 

Material

Dörfer

Abhängig von der Spielerzahl wird eine bestimmte Anzahl Dörfer ausgelegt. Die Spieler erhalten je nach Spielerzahl alle 13 oder weniger Meeple und die verschiedenen Marker (Bischof, Getreide, Glas, Wirtshaus und Neuwurf) werden bereitgelegt. Die Anzahl der Glas-, Getreide- und Wirtshausmarker richtet nach der Anzahl der entsprechenden Gebäude auf den ausliegenden Dörfern.

Spielaufbau

Spielablauf

Ist ein Spieler an der Reihe, würfelt er mit allen 4 Würfeln. Anschließend bildet er aus den Würfeln eine oder zwei Summen, wobei für eine Summe mindestens 2 Würfel verwendet müssen. Anschließend kann er auf die zu der Summe passenden Gebäude einen oder zwei seiner Meeples einsetzen. Abgesehen von zwei Sonderregeln (Bei einem Pasch kann man statt des Einsetzens den Bischof nehmen, für eine beliebige Summe kann man statt des Einsetzens einen Neuwurf-Marker nehmen) ist das schon der gesamte Zug eines Spielers. Die Finesse des Spiels ergibt sich aus den Funktionen der verschiedenen Gebäude. Jeder Zahl ist eine Gebäudeart zugeordnet:

  • 2,3,4,5 – Läden: Am Ende des Spiels erhält man Geld für die verschiedenen Läden. Je mehr verschiedene Läden man besetzt, desto mehr Geld erhält man
  • 6 – Mühle: Bei einsetzen auf die Mühle erhält man einen Getreidemarker. Wenn die letzte Mühle besetzt wird, erhalten alle Spieler ihre Figuren von den Mühlen zurück und erhalten für jeden Getreidemarker 2 Geld
  • 7 – Glasmanufaktur: Genau wie die Mühle, nur erhält man 3 Geld für jeden Glasmarker
  • 8 – Hof: Beim Einsetzen auf einen Hof erhält man so viele Taler, wie man jetzt Höfe besetzt hat
  • 9 – Wirtshaus: Man erhält den Wirtshausmarker. Wenn mindestens 3 andere Gebäude in diesem Dorf besetzt sind, wird er aktiv und man bekommt ab sofort 1 Taler vor dem Würfeln
  • 10 – Rathaus: Ein Rathaus bringt bei Spielende die aufgedruckte Anzahl Geld, wenn am Ende das gesamte Dorf besetzt ist. Hat man kein Rathaus besetzt, verliert man 5 Taler
  • 11 – Kirche: Eine Kirche bringt bei Spielende 10 Taler für den Spieler mit den meisten Kirchen und 6 Taler für den zweiten. Hat man den Bischof, erhält man vor dem Würfeln 1 Taler je eigener Kirche
  • 12 – Gutshaus: Ein Gutshaus bringt bei Spielende den aufgedruckten Geldwert

Der Clou an der Sache ist, dass ich Spieler aus anderen Gebäuden rauswerfen kann. Dazu darf jedoch von dieser Gebäudeart kein anderes mehr frei sein. Einige Gebäude sind davon ausgenommen, aus anderen darf man nur rauswerfen, wenn man kein eigenes Gebäude der selben Art besitzt.  Das Spiel endet, wenn ein Spieler am Zug ist und keine Meeples zum einsetzen mehr vor sich hat. Der Spieler mit dem meisten Geld gewinnt.

Ende

Fazit:

Böhmische Dörfer ist ein schnelles Würfelspiel mit interessanter taktischer Tiefe. Durch geschicktes platzieren und das richtige Quäntchen Glück, dass man benötigt um das ein oder andere Ziel zu erreichen, bevor es einem weggeschnappt wird, versucht man hier, das meiste Geld zu sammeln. Ich persönlich finde, dass das Spiel erst mit 4 oder 5 Spielern seinen Reiz voll entfaltet. Auch zu dritt kann man schon mit Interaktion den anderen einen Strich durch die Rechnung machen, aber es fehlte mir das gewisse Etwas. Zu zweit ist es meiner Meinung nach sehr langweilig, da man sich kaum in die Quere kommt und es zu viele Gebäude für zu wenig Meeple gibt. Wer also ein schnelles Würfelspiel für größerer Runden sucht, das trotzdem nicht nur aus Glück besteht, sollte Böhmische Dörfer ausprobieren. Wer ein Spiel für 2 sucht, sollte hier nicht zuschlagen.

Sieg für Schwarz