Mit ‘Airship City’ getaggte Beiträge

Airship City, Brettspiel, Neuheit 2019, Spielefaible
Spielschachtel

Ein Spiel von Spielefaible für 3-4 Spieler

Übersicht

Airship City ist die Neuheit des Spielefaible-Verlages, der zuletzt durch sein Debüt-Spiel „Vejen“ auf sich aufmerksam machte. Mit Airship City schafft es eines der oft unter dem Radar bleibenden Spiele des Japon Brand Labels auf den deutschen Markt. Thematisch errichten die Spieler Luftschiffe, um diese der wachsenden „Airship City“ zu schenken, oder um sie zu Geld zu machen. Da das Spiel eher abstrakt ist, spielt das Thema hier keine so wichtige Rolle, passt aber durchaus zu einem Spiel, bei dem die Aktionsfelder immer wieder verschoben werden können. Aber der Reihe nach:

Airship City ist ein Worker-Movement Spiel auf einem modularen, veränderbaren Aktionsplan. Klingt erstmal chaotisch, entpuppt sich aber als erfrischend anders. Das Kernstück des Spiels ist ein Raster aus 4 x 4 Aktionsfeldern, die verschiedene Aktionen ermöglichen. Ist ein Spieler am Zug, bewegt er seinen Arbeiter auf ein angrenzendes Feld, um dessen Aktion nutzen zu können. Ist auf dem Feld bereits ein eigener Arbeiter vorhanden, muss er sofort ein weiteres Feld ziehen. Dadurch allein sind schon interessante Kombinationen möglich. Noch interessanter wird das Ganze dadurch, dass man durch das Ausgeben von Getrieben ganze Reihen oder Spalten des Aktionsfeldes verschieben kann und das so aus dem Raster geschobene Plättchen an der gegenüber liegenden Seite wieder eingesetzt wird. Da werden Erinnerungen an eine Kindheit mit dem verrückten Labyrinth wach! Durch diese Option hat man in seinem Zug unzählige Möglichkeiten, muss aber immer abwägen, ob die Kosten für das verschieben des Feldes den Nutzen des so erreichten Aktionsfeldes rechtfertigen. Andersherum bedeutet diese Mechanik natürlich auch, dass das Spielfeld komplett anders aussehen kann, wenn ich wieder an der Reihe bin.

Airship City, Brettspiel, Neuheit 2019, Spielefaible
Spielbeginn einer Partie zu dritt

Eine Partie Airship City geht über 17-20 Runden. Ist ein Spieler am Zug, bewegt er alle seine Arbeiter jeweils einmal. Davor und dazwischen kann er den Spielplan wie eben beschrieben verändern. Die Aktionsfelder sind Dreh- und Angelpunkt der Planung, da man nie alle erreichen kann. Die Aktionen sind zum einen Rohstoffbeschaffung, zum anderen Bau- und Aufwerteaktionen. So können Luftschiffe mit Ressourceneinsatz gebaut werden. Diese können entweder für Geld verkauft werden (wobei hier der Preis natürlich fällt) oder der Stadt geschenkt werden. Das Schenken der Luftschiffe ist ein weiterer, wesentlicher Bestandteil von Airship City. Durch Schenkungen kann man nämlich Marker platzieren, die einem verschiedene Aktionen vergünstigen. Hat ein Spieler die meisten Marker bei einer Luftschiffart platziert, kann er noch einen zusätzlichen Marker setzen und somit noch mehr von der Vergünstigung profitieren. Andere Aktionen lassen die Spieler Verträge schließen, die es mit Rochstoffeinsatz zu erfüllen gilt, um so an Gold und Siegpunkte zu gelangen. Außerdem können auf den Spielertableaus verschiedene Boni freigeschaltet oder freigekauft werden. Dadurch kann man Aktionsfelder des Plans aufwerten, mehr Rohstoffe sammeln und einzelne Boni erlangen, die in jeder Etappe wieder genutzt werden können.

Am Ende des Spiels gewinnt der Spieler, der die meisten Punkte erzielt hat. Große Punktelieferanten sind dabei gebaute öffentliche Gebäude, gebaute hochwertige Luftschiffe und erfüllte Aufträge. Aber auch die Mehrheiten der Schenkungen werden am Ende mit Punkten belohnt.

Airship City, Brettspiel, Neuheit 2019, Spielefaible
Halbzeit

Kommen wir nun zur Bewertung des Spiels:

Spielgrafik

Die Grafik ist laut Designerin eine „Steampunk-Version“ im „Analog Launchbox-Stil“. Das trifft es meiner Meinung ganz gut. Die Schachtel ist durch den großen unteren Teil, der nur mit Text bedruckt ist, etwas gewöhnungsbedürftig. Die Grafik gefällt mir aber gut und ist im Spiel konsequent umgesetzt worden. Alle Informationen sind durch die Ikonografie sehr gut abrufbar. Die Aktionsfelder sind schön gestaltet und die Tableaus sehr funktional. Von mir gibt es gute 4 Sterne für die Grafik.

Materialqualität

Airship City, Brettspiel, Neuheit 2019, Spielefaible
Spielertableau

Der minimalistische Stil setzt sich auch im Spielmaterial fort, sodass das Spiel nur mit Papp-Stanzteilen auskommt. Auch die Arbeiter sind Marker, was aber eher hilfreich ist, da sie nach der Bewegung umgedreht werden müssen. Insgesamt zeigt Airship City, dass es auch ohne Miniaturen-Orgien und Materialschlachten geht. Da alle Pappteile aus qualitativ hochwertiger, dicker Pappe sind, gibt es aus meiner Sicht nichts daran auszusetzen und somit 5 Sterne!

Spielanleitung

Die Spielanleitung ist vernünftig gegliedert, redaktionell sehr gut umgesetzt und lässt keine Fragen offen. Es gibt genügend Beispiele und Abbildungen, um schnell einen Überblick über das Spielgeschehen zu haben. Die Schrift ist zwar recht klein, da mich das persönlich aber nicht stört gibt es auch hier 5 Sterne von mir.

Wiederspielbarkeit

Die Wiederspielbarkeit ist einer der großen Trümpfe dieses Spieldesigns. Das Spielfeld ist grundsätzlich schon immer zufällig aufgebaut. Durch die Möglichkeit, das Spielfeld jedes mal zu verändern, entstehen aber quasi unendlich viele Möglichkeiten, auf die man als Spieler zwangsläufig reagieren muss. Da es außerdem verschiedenste Wege gibt, an Siegpunkte zu kommen, kann man immer wieder neue Möglichkeiten ausprobieren, um erfolgreich zu sein. In den Spielen unserer Runde konnten wir bisher noch keinen klaren Königsweg ausmachen, da man immer wieder auf den neuen Spielplan reagieren musste und Improvisation zwingend nötig war. Deshalb kann ich hier nur klare 5 Sterne vergeben!

Spielgefühl

Airship City hat ein ganz eigenes Spielgefühl. Hat man sich einmal darauf eingestellt, kann es richtig Spaß machen. Wenn man allerdings extreme Grübler mit von der Partie hat, die ihre Möglichkeiten mit 3 oder vielleicht sogar 4 Arbeitern bis ins letzte Detail durchplanen wollen, dann kann es schon mal sehr, sehr langwierig sein. Dies wird dadurch begünstigt, dass man alle seine Arbeiter bewegt, bevor der nächste Spieler am Zug ist. Anders wäre das Spiel aber unplanbar, weshalb es schon so gespielt werden muss. Außerdem fühlte es sich für uns tatsächlich immer sehr abstrakt an. Das ist nichts negatives, sollte dem interessierten Spieler aber nicht vorenthalten werden. Im Kern sammelt man Ressourcen, um diese möglichst geschickt umzusetzen. Das besondere am Spiel ist der ausgeklügelte Aktionsfeldmechanismus, der sehr innovativ daher kommt. In unserer Runde bekommt Airship City für das Spielgefühl daher solide 3 Sterne.

Fazit

Airship City kommt mit einem erfrischenden und innovativen Aktionsmechanismus daher, der eine enorme Wiederspielbarkeit bietet. Hinter dem Thema verbirgt sich ein abstraktes Spielerlebnis, bei dem man immer wieder auf das neue Spielfeld reagieren muss. Wer gerne um die Ecke denkt, sollte sich das Spiel auf jeden Fall anschauen! Insgesamt bekommt Airship City somit sehr gute 4.4 Sterne!*

*Bewertung: Grafik, Materialqualität und Spielanleitung werden einfach gewichtet, Wiederspielbarkeit dreifach und Spielgefühl zweifach.

Hinweis

Laut Verlag ist eine Mini-Erweiterung in Planung, die ein Spiel zu zweit ermöglichen soll. Zum Veröffentlichungszeitpunkt der Rezension gab es dazu aber leider noch keine aktuellen Informationen auf der Website.

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Spielende

Links

Airship City bei Boardgamegeek

Airship City auf der Verlagsseite von Spielefaible

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