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Ein Spiel für 1-4 Spieler vom Spielefaible Verlag

Übersicht

Nach Airship City und Wangdo hat es mich sehr gefreut, auch Freshwater Fly vom Spielefaible Verlag rezensieren zu dürfen. Das Spiel hatte ich schon bei Kickstarter auf dem Radar, habe mich aber seinerzeit dagegen entschieden, weil ich zu dem Thema keinen Bezug habe. Jetzt erscheint die deutsche Version des Spiels und wir haben es in unseren Runden mit viel Spaß getestet.

In Freshwater Fly schlüpfen die Spieler in die Rolle von Anglern, die möglichst lukrative Fische aus dem Fluss fischen wollen. Das Spiel kommt inklusive zwei kleiner Minierweiterungen. Auf diese gehe ich gesondert bei der Wiederspielbarkeit ein, daher bleiben sie im Folgenden zunächst unberücksichtigt. Der Fluss besteht aus einer Kartenauslage aus 6 x 3 Karten. Bis auf 3 Felder, die mit Felsenkarten belegt sind, befindet sich auf jedem Feld eine Fischkarte. Alle Fischarten gibt es in verschiedenen Kartenfarben. Die Kartenfarbe bestimmt, wie widerwillig sich ein Fisch fangen lässt und wie viele Punkte er am Spielende einbringt. Außerdem liegen unterhalb einer Spalte immer bis zu 5 zufällige Larvenmarker in verschiedenen Farben. Jeder Spieler hat ein eigenes Tableau, dass seine Finesse anzeigt, eine drehbare Kurbel enthält und die speziellen Siegpunktbedingungen für jeden Spieler darstellt. Oberhalb des Flusses liegen noch 5 Schwungplättchen aus.

Zu Beginn einer Runde werden immer alle Würfel geworfen. Im Anschluss kann reihum jeder Spieler einen Würfel auswählen und damit eine von drei Aktionen ausführen. Eine Möglichkeit ist das Fangen eines Fisches. Dazu legt er den Fangmarker auf einen Fisch der durch den Würfel angezeigten Spalte. Sein linker Nachbar deckt nun eine Fangkarte auf. Unter den insgesamt 4 Fangkarten befindet sich eine Erfolgskarte. Sollte der Fangversuch erfolglos geblieben sein, treibt der Fangmarker eine Spalte weiter Flussabwärts. Nun werden 2 Fangkarten aufgedeckt. Sollte der Versuch immer noch nicht erfolgreich gewesen sein, treibt der Marker noch eine Spalte weiter, um die letzte Karte aufzudecken. Wichtig ist bei der Aktion, dass die Fangkarten nur dann auch wirklich aufgedeckt werden, wenn unter der entsprechenden Spalte ein Larvenmarker liegt, der die selbe Farbe wie die Fliege, also der Köder, des aktiven Spielers hat. Ist dies nicht der Fall, werden die Fangkarten gar nicht erst aufgedeckt. Wenn ein Spieler einen Fisch gefangen hat, legt er diesen der Farbe entsprechend über seinem Tableau ab.

Die zweite Aktionsmöglichkeit ist das Weiterdrehen der Kurbel. Diese Aktion kann logischerweise nur ausgeführt werden, wenn schon ein Fisch angebissen hat. Die Kurbel darf um die entsprechende Augenzahl des gewählten Würfels weitergedreht werden. Dann wird die Aktion des Feldes ausgeführt, auf dem die Kurbel stehen bleibt. Über ein Feld kommt man hier an die begehrten Schwungplättchen, die einem verschiedene Vorteile bis hin zu Doppelzügen gewähren. Man kann aber auch seine Finesse verbessern, um während seines Zuges z.B. das Würfelergebnis zu manipulieren oder einen Fisch abzubremsen. Immer wenn die Kurbel einmal vollständig aufgerollt wurde, wird der Fisch ein Stück eingeholt. Grüne Fische hat man somit sofort gefangen, Schwarze benötigen einen weiteren Umlauf, goldene Fische sogar insgesamt 3 Umläufe. Wichtig ist bei dieser Aktion, dass die Fische natürlich gegenhalten. Der Wert eines Fisches wird hierbei vom gewählten Würfelwert abgezogen. Somit lohnt es sich oft, einen Fisch abzubremsen um diesen Wert damit auf null zu reduzieren.

Als dritte Aktionsmöglichkeit kann man mit einem Beliebigen Würfel seine Finesse um 2 erhöhen. Das Spiel endet am Ende der Runde, in der ein Spieler seinen 7. Fisch gefangen hat. Am Spielende gibt es zum einen die persönlichen Siegpunkte, die sich von Spieler zu Spieler unterscheiden. Außerdem gibt jeder Fisch eine gewisse Anzahl Punkte, jedes Set aus 3 verschiedenen Fischen Punkte und für die Mehrheit der gefangenen Lachse bekommt man ebenfalls Punkte.

Im Spiel gibt es noch viele weitere Details zu beachten. Diese alle zu beschreiben käme aber einem Abschreiben der Anleitung gleich. Deshalb ist der Spielverlauf hier auf die wesentlichen Aktionen beschränkt dargestellt. Kommen wir nun zu den einzelnen Bewertungskriterien:

Spielgrafik

Freshwater Fly ist toll thematisch gestaltet. Dabei wurden keine Abstriche bei der Übersichtlichkeit gemacht und die Ikonografie ist nach der ersten Partie tatsächlich selbsterklärend. Die Fischkarten sind schön gestaltet, Kenner werden sich sicher über die realistischen Zeichnungen freuen. Auch die Tableaus, Karten und das Cover sind ansprechend gestaltet. Für mich gibt es hier klare 5 von 5 Sternen.

Materialqualität

Die Materialqualität ist ebenfalls sehr gut. Die Karten sind vernünftig, alle Pappmarker sind aus dicker Pappe, die Tableaus mit der Rolle sind schon zusammengesetzt und es ist sogar ein Stoffbeutel zum zufälligen Ziehen der Larvenmarker enthalten. Die Materialquantität hat mich allerdings in zwei Dingen enttäuscht: Es gibt zwar eine Übersichtskarte, die alle Symbole, die auf Schwungplättchen, Tableaus und Karten zu finden sind, darstellt. Auf eine Übersichtskarte für die zwei Hauptaktionen wurde leider verzichtet. Gerade als Erklärbär freue ich mich immer besonders über solche Karten, da man sich dort schön entlanghangeln kann und für die ersten Partien sind Spieler immer dankbar, wenn sie nochmal schnell nachgucken können, wie eine Aktion abläuft. Das zweite was dem Spiel meiner Meinung nach noch mehr fehlt, ist ein Wertungsblock. Am Ende des Spiels gibt es verschiedene Möglichkeiten, Punkte zu erzielen und diese sind auch noch von Spieler zu Spieler individuell. Es gibt aber keine Punkteleiste oder überhaupt eine Möglichkeit, die Punkte nachzuhalten. Hier wäre ein schöner Wertungsblock auf jeden Fall die passendste Methode gewesen, die Punkte nachzuhalten. Mir ist bewusst, dass das Jammern auf hohem Niveau ist, aber mit den letzten Erscheinungen hat der Verlag die Messlatte sehr hoch gelegt und bei den ansonsten hochwertigen und tollen Komponenten fällt das Fehlen dann noch mehr auf. Von daher gebe ich hier 4 von 5 Sternen.

Spielanleitung

Die Spielanleitung lässt keine Fragen offen. Sie ist übersichtlich strukturiert, klar verständlich formuliert und enthält genügend Beispiele. Für die Solo-Variante ist eine Kampagne enthalten. Vorbildlich und somit klare 5 von 5 Sternen.

Wiederspielbarkeit

Die Wiederspielbarkeit bei Freshwater Fly ist immens. Dazu tragen verschiedene Faktoren bei: Zum einen die immer wieder zufällige Anordnung der Fische und Larvenmarker auf dem Fluss. Zum anderen die verschiedenen persönlichen Schlusswertungen. Außerdem gibt es ganz verschiedene Ansätze, das Spiel zu spielen. Man kann versuchen, schnell das Spielende einzuläuten, in dem man nur kleine Fische fängt, die dann aber auch weniger Punkte mitbringen. Man kann Sets sammeln, versuchen den Mitspielern die passenden Fische wegzuschnappen etc. Durch die enthaltenen Mini-Erweiterungen kommt nochmal zusätzliche Varianz ins Spiel. So kommen neue Schwungplättchen und neue Felsenkarten ins Spiel. Für Fans von Solo-Varianten bietet Freshwater Fly einen Solo-Modus inklusive verschiedener Szenarien. Da ich diesen nicht getestet habe, kann ich dazu aber keine weiteren Aussagen treffen. Insgesamt bekommt Freshwater Fly damit aber völlig verdiente 5 Sterne für die Wiederspielbarkeit.

Spielgefühl

Nach dem Lesen der Anleitung und den ersten 3 Aktionen war ich zunächst skeptisch. Fühlte es sich doch so an, als würde man immer einen Fisch fangen und dann einfach nur seine Kurbel drehen, bis der Fisch gefangen ist. Durch die Verzahnung der verschiedenen Details und Mechanismen des Spiels ist jedoch genau das viel spannender, als ich zunächst gedacht hätte. Man kann an so vielen Stellschrauben drehen und man steht immer wieder vor kniffligen Entscheidungen. Lieber die hohen Würfel nehmen oder lieber Startspieler werden? Lieber noch einen Lachs für die Mehrheit fangen oder einen Fisch, der zu meinen Sets passt? Sollte ich diese Runde schon den Köder wechseln oder lieber noch einen Fisch in der passenden Farbe fangen. Und genau das macht das Spiel hochinteressant und alles andere als langweilig oder vorhersehbar. Mir hat es auch insbesondere zu zweit sehr gut gefallen, da es dann ein bisschen planbarer ist, als mit mehr Spielern. Bei 4 Spielern kann sich doch schon einiges im Fluss und in der Würfelauslage getan haben, bis man wieder am Zug ist. In unseren Testrunden ist das Spiel auf jeden Fall sehr gut angekommen und auf so manchem Einkaufszettel für die Messe gelandet. Daher gibt es auch hier volle 5 Sterne!

Fazit

Ein Spiel, dessen einziger Kritikpunkt für mich das Fehlen einer Übersichtskarte und eines Wertungsblockes sind, hat offensichtlich alles richtiggemacht. Freshwater Fly ist ein interessantes und kurzweiliges Spiel, dessen Würfelmechanismus mich begeistert hat. Wenn man sich für das Angeln interessiert ist das Spiel bestimmt noch interessanter, da ich als Laie wenig mit den Begrifflichkeiten anfangen konnte, sie mir aber sehr nah am Thema gewählt vorkamen. Freshwater Fly wird sicher noch oft auf den Tisch kommen und macht in jeder Besetzung Spaß. Der Spielefaible Verlag zeigt wieder einmal, dass er ein sehr gutes Händchen bei der Auswahl seiner Spiele hat und sich bei Qualität und Aufmachung der Spiele hinter niemandem Verstecken muss. Von mir gibt es extrem gute 4,9 Sterne*!

*Bewertung: Grafik, Materialqualität und Spielanleitung werden einfach gewichtet, Wiederspielbarkeit dreifach und Spielgefühl zweifach.

Links

Freshwater Fly auf der Verlagsseite

Freshwater Fly bei Boardgamegeek

Team3

Veröffentlicht: 16. Oktober 2019 in Rezensionen
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Team3, Brettspiel, Neuheit, 2019

Ein Spiel von Abacusspiele für 3 – 6 Spieler

Übersicht

Team 3 ist ein verrücktes Spiel für 3 oder mehr Spieler, bei dem ein stummer Architekt einem Baumeister klar machen muss, was ein Blinder Bauarbeiter bauen soll. Klingt verrückt – ist es auch. Und es ist unfassbar spaßig.

Bei Team 3 hat ein Team aus 3 Spielern 3 Minuten Zeit, ein Gebilde aus großen, tetrisartigen Plastiksteinen zu bauen. Damit das ganze aber einen Reiz hat, sieht nur ein Spieler (der Architekt) den Bauplan, den es zu bauen gilt. Er muss nun dem Bauleiter pantomimisch signalisieren, was wie gebaut werden muss. Dabei darf er nicht sprechen und nicht auf die Bauteile zeigen. Der Bauleiter muss diese Informationen an den Spieler weitergeben, der mit dem eigentlichen Bau beschäftigt ist. Der Bauleiter darf dabei ganz normal reden, brüllen, gestikulieren oder verzweifeln. Der Bauarbeiter ist nämlich blind – die Augen müssen die ganze Zeit über geschlossen bleiben. Schafft es die Gruppe, das geforderte Gebilde innerhalb der 3 Minuten fertig zu stellen, darf der Architekt dies kundtun und die Karte wird für die Wertung behalten. Je nach Anzahl der Spieler und Wahl der Schwierigkeit muss man unterschiedlich viele Pläne erfolgreich bauen.

Team 3 lässt sich zu dritt als Herausforderung oder mit mehreren in Teams gegeneinander spielen.

Spielgrafik

Die Grafik des Spiels ist knallig. Die Bausteine sind in grellen Farben gehalten, die Kartenrückseiten sind ebenfalls neonfarben und die Rollen werden durch Affen symbolisiert. Weitere Illustrationen werden hier nicht gebraucht und somit passt für mich das knallige Konzept zum verrückten Spielgefühl und bekommt volle 5 Sterne.

Materialqualität

Team3, Brettspiel

Als ich die Schachtel das erste mal geöffnet habe, war ich positiv von der Größe der Bausteine überrascht. Damit lässt sich bequem hantieren. Die Kartenqualität hätte etwas besser sein können und die Bausteine sind aus einfachem Plastik, was man fühlt und was auch etwas wertiger hätte sein können. Eine 3 Minuten Sanduhr ist ebenfalls nicht enthalten, man benötigt also einen eigenen Timer. Das ist aber alles Jammern auf hohem Niveau, denn dem Spielspaß tut die Kartenqualität keinen Abbruch und die Haptik der Steine ist völlig ausreichend. Auch Stürze vom Küchentisch haben die Steine ohne Kratzer und Kitschen überlebt. Also gibt es hier von mir 4 von 5 Sternen.

Spielanleitung

Die Anleitung ist klar strukturiert, schön kurz gehalten und lässt keine Fragen offen. Mehr braucht man hier nicht und somit spricht nichts gegen 5 Sterne.

Wiederspielbarkeit

Bis jetzt kann ich kein Ende des Wiederspielbarkeitsreizes absehen. Die insgesamt 70 Baupläne reichen schon für Stunden voller Spaß, wenn man sie alle nur einmal nutzt, aber insbesondere bei den schweren und in unterschiedlichen Besetzungen, wird es so schnell nicht langweilig. Außerdem gibt es Team 3 in zwei Varianten: Neongrün und Neonpink. Beide Spiele haben jeweils eine andere Mini-Erweiterung mit an Bord und unterschiedliche Baupläne. Wer also (wie ich) nicht genug bekommen kann, kauft einfach beide Versionen. Auch hier klare 5 Sterne.

Spielgefühl

Team3 Building

Das Spielgefühl ist es, was das Spiel für mich zu einem der besten Spiele aus dem kommunikativen und interaktiven Genre der letzten Jahre macht. Jede Rolle fühlt sich nämlich komplett anders an. Ob man nun stumm verzweifelt, lauthals ausflippt oder blind im dunkeln tapert – Konzentration und Spaß bilden hier eine explosive Mischung. Und nicht nur das, auch als Zuschauer kommt man vollkommen auf seine Kosten, da man zum einen köstlich amüsiert wird und zum anderen einiges für die nächsten Runden lernen kann. Für mich sind es also mindestens 3 Spielgefühle in einem und ich kann kaum genug von dem Spiel bekommen. Somit bleibt mir nichts anderes übrig, als 5 Sterne zu geben!

Fazit

Wie unschwer zu lesen, hat mich Team 3 restlos begeistert. Auch alle Mitspieler hatten riesen Spaß und haben sich teilweise direkt mit eigenen Exemplaren ausgestattet. Die Mini-Erweiterungen sind ein schönes Extra und bei einem Preis von 20€ (Stand 08.10.2019) kann man sich auch schon mal beide Exemplare zulegen. Das Spiel macht definitiv wach und hat eine steile Lernkurve, bei dem man als eingespieltes Team immer besser wird. Da überrascht die Gesamtnote von starken 4,9 Sternen* überhaupt nicht.

*Bewertung: Grafik, Materialqualität und Spielanleitung werden einfach gewichtet, Wiederspielbarkeit dreifach und Spielgefühl zweifach.

Links

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Team 3 (grün) bei Boardgamegeek

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Team 3 auf der Verlagsseite

Team3 Material