Mit ‘Spieleschmiede’ getaggte Beiträge

Schachtel

Ein Spiel vom Kobold Spieleverlag für 1 – 4 Spieler

Übersicht

Im Streben nach Glück versuchen alle Spieler, ein möglichst glückliches und stressfreies Leben zu führen. Dafür müssen Lebensziele erreicht, Lebenswerke vollendet, Partner gefunden, Jobs ertragen und Geld ausgegeben werden. All das möglichst ohne Stress, da zu viel Stress die Lebenszeit verkürzt.

Im Kern ist das Streben nach Glück ein Worker Placement Spiel, in dem die Spieler verschiedenste Ressourcen sammeln und in Siegpunkte umwandeln müssen. So weit nichts neues. Was aber hier heraussticht, ist die starke und geniale Präsenz des Themas. Durch langfristige Ziele kann man Punkte und Ressourcen gewinnen, durch Partnerschaften glücklich werden und Jobs bringen – ganz wie im echten Leben – Geld. Aber Jobs und Beziehungen kosten – auch wie im echten Leben – Zeit. Unter Umständen sogar viel Zeit. Und das ist ein Problem, denn Zeit sind unsere Aktionen: Jeder „Arbeiter“ ist eine hölzerne Sanduhr, die ich einsetzen kann, um Aktionen auszuführen, die ich aber zu Beginn einer Runde eventuell schon abgeben muss, da ich einen zeitraubenden Job habe.

Ein weiteres, manchmal schon gruselig realistisches Element ist Stress. Hat man mehr als 3 Jobs, Ziele und Partner insgesamt bekommt man Stress. Hat man mehrere Partner, bekommt man Stress. Muss oder möchte man einen Job oder ein Ziel einfach abbrechen bekommt man? Richtig : Stress! Und Stress kann zum Problem werden: In gewissen Ausmaßen ist Stress noch erträglich, aber bekommt man zu viel Stress, verliert man Zeit, die man dringend zum Einsetzen benötigt. Und da es in den letzten Runden viel Stress generiert, in die nächste Runde (den Lebensabend) zu gelangen, stirbt man früher, wenn man zuvor nicht ausreichende Stress abgebaut hat.

Auch die anderen Details des Spiels, wie z.B. flüchtiges Glück, das nach jeder Runde zurückgesetzt wird, Überstunden um auf Kosten von Stress mehr Zeit zu bekommen etc. fügen sich perfekt ein. Und so wird aus dem Streben nach Glück ein wunderschönes, flott spielbares Spiel, bei dem man aber durchaus knallhart auf seine Ressourcen und deren Verwednung achten muss. Kommen wir zur Bewertung:

Spielgrafik

Die Grafik passt perfekt zum Spiel und zum Spielgefühl. Schön bunt gestaltet kommt das Streben nach Glück definitiv als Blickfang daher. Bei aller Verspieltheit des Designs sind alle wesentlichen Informationen durch eine perfekte Ikonografie jederzeit gut zu erkennen. Auch die Tatsache, dass z.B. die Partner doppelseitig männlich oder weiblich gestaltet wurden, machen die Gestaltung zu einem hervorragenden Gesamtpaket, für das es nur 5 Sterne geben kann.

Materialqualität

Am Material gibt es rein gar nichts auszusetzen. Die Karten sind groß und Stabil, die Holzuhren sind gut verarbeitet und wertig, alle Pappteile und der Spielplan sind ebenfalls stabil und vernünftig gestanzt. Rundum sehr gutes Material. Ebenfalls klare 5 Sterne!

Spielanleitung

Die Anleitung ist sinnvoll strukturiert, verständlich formuliert und mit vielen Beispielen und Abbildungen aufgelockert. Durch die Aufteilung findet man auch schnell Informationen, wenn man etwas nachschlagen möchte. Ebenfalls zur Anleitung zähle ich die Übersichtskarten, auf denen Rundenende, Rundenbeginn, Stress und Glück übersichtlich und für jeden Spieler abgebildet sind. Dadurch kann eigentlich nichts vergessen werden. Sehr vorbildlich und deshalb ebenfalls klare 5 Sterne.

Wiederspielbarkeit

Durch die riesige Menge an Karten muss man sich bei jeder Partie einen neuen Weg suchen, am Ende das große Glück zu finden. Dadurch ist eine hohe Wiederspielbarkeit auf jeden Fall gewährleistet. Dennoch, sind es immer wieder ähnliche Wege, auf denen man seine Ressourcen in Siegpunkte umwandelt. Durch die immer anderen Lebenswerke und die zu Beginn ausgelosten Charaktere und Sonderfähigkeiten ist aber genug Abwechslung im Spiel, damit es so schnell nicht langweilig wird. Deshalb gibt es von mir gute 4 Sterne.

Spielgefühl

Das Spielgefühl ist einfach super. Durch das genial und stark umgesetzte Thema rücken die Mechaniken so in den Hintergrund, dass man sich immer mal wieder ertappt, den schöneren oder lustigeren Weg zu gehen, anstatt des effizientesten Weges. Die Downtime ist selbst im Spiel zu viert überschaubar und durch die Knappheit bei Jobs und Partnern kommt auch die Interaktion durch wegnehmen nicht zu kurz. Bei uns kommt das Spiel immer wieder gerne auf den Tisch, vor allem, da es auch zu zweit gut funktioniert. Somit gibt es für das Spielgefühl ebenfalls 5 Sterne!

Fazit

Das Streben nach Glück überzeugt auf ganzer Linie. Vom schön umgesetzten Thema über die grafische Gestaltung bis hin zur Möglichkeit, in den letzten Runden die grauen Zellen auf Höchstleistung zu bringen, um die letzten Punkte aus einem Zug zu quetschen, bietet es alles. Ich freue mich auch schon auf die Erweiterung, die momentan in der Spieleschmiede läuft. Insgesamt bekommt das Streben nach Glück sehr gute 4.6 Sterne!*

*Bewertung: Grafik, Materialqualität und Spielanleitung werden einfach gewichtet, Wiederspielbarkeit dreifach und Spielgefühl zweifach.

Links

Die Erweiterung in der Spieleschmiede

Das Streben nach Glück bei BoardGameGeek

Kobold Spieleverlag bei Facebook

Brettspiele bei Amazon (affiliate Link)

Spielmaterial

Quodd Heroes

Veröffentlicht: 24. Mai 2019 in Rezensionen
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Ein Spiel von wonderment games für 1 – 6 Spieler, bei dem die Spieler ihre würfelförmigen Helden über den Spielplan kullern lassen, um Rennen zu gewinnen, Kristalle einzusammeln oder andere, verrückte Szenarien zu erleben.

Spielgrafik

Die Grafik von Quodd Heroes überzeugt in jeder Hinsicht. Die Illustrationen sind liebevoll und Detailverliebt gestaltet. Jeder Held hat seine eigene Note verpasst bekommen und Landschaften und Karten fügen sich perfekt in das Gesamtbild ein. Die Miniaturen sind schön detailliert gestaltet und die 3D-Elemente des Spiels, wie z.B. Kristalle, Schafe oder Bombenwürfel sind ebenfalls sehr hochwertig und schön gestaltet.

Die Ikonografie im Spiel ist eindeutig und erleichtert das zuordnen von Fähigkeiten zu Aktionen etc. Insgesamt klare 5 Sterne!

Materialqualität

Die Materialqualität lässt wirklich nichts zu Beanstanden. Spielpläne und Token sind aus dicker Pappe, die Karten sind stabil und wertig und alle 3D-Elemente sind ebenfalls sehr hochwertig. Der Karton ist stabil und bietet genug Schutz für diesen Brocken im Spieleregal. Für mich auch 5 Sterne.

Spielanleitung

Die Spielanleitung ist leider die Schwachstelle von Quodd Heroes. Teilweise finden sich Fehler in der Anleitung, vielmehr werden aber nicht alle Details, die bei solch einem Spiel geklärt werden müssen, geklärt. Mittlerweile gibt es zum Glück bei Boardgamegeek und auf der Quodd Heroes Website ausführliche FAQs und Errata. Wenn man diese einmal durchgearbeitet hat, ist das Spiel wunderbar spielbar. In unseren Runden kamen auch keine Fragen mehr auf, die nicht zu lösen waren. Dennoch steht man hier leider vor einer Einstiegshürde, wenn man das Spiel zum ersten mal erlernt. Daher nur 3 Sterne.

Wiederspielbarkeit

Quodd Heroes kommt schon in der Grundausstattung mit etlichen Szenarien daher. Es gibt kooperative Szenarien, kompetitive Szenarien, Teamszenarien und Overlord-Szenarien bei denen einer gegen alle spielt. Außerdem kann man alle kooperativen Szenarien auch solo spielen. Durch die große Auswahl an verschiedenen Helden (6 in der retail-Version, 11 in der Kickstarter/Spieleschmiede-Version), den unterschiedlichen Karten und im Spiel einsetzbaren Gegenständen bietet schon das normale Grundspiel eine extrem hohe Wiederspielbarkeit. Zudem soll es künftig online einen Generator für Szenarien geben (zum Zeitpunkt des Reviews nicht online), sodass auch hier der Kreativitär keine Grenzen gesetzt sind. Für mich klare 5 Sterne.

Spielgefühl

Quodd Heroes darf und will nicht zu ernst genommen werden. Dafür ist die Unberechenbarkeit durch Ereignisse und die Mitspieler zu hoch. Wenn man sich darauf einlassen kann, spielt sich Quodd Heroes großartig. Die Länge der einzelnen Szenarien, die entweder eine Endbedingung haben, oder über eine bestimmte Anzahl Runden gehen, ufert nicht aus und durch die Interaktion zwischen den Spielern wird es auch nicht langweilig, den anderen bei Ihren Zügen zuzuschauen. Das purzeln der Würfel und die Elemente des Szenarios, wie z.B. Fallgruben, Laser oder fliegende Bomben machen einfach Spaß und durch die vielen verschiedenen Karten, kann man seine Züge immer wieder neu gestalten. Da die Karten im Spiel recht stark sind, muss man hier aber mit den Gegnern mitziehen, um nicht ins Hintertreffen zu gelangen. Insgesamt macht Quodd Heroes viel Spaß und lässt auch immer mal wieder die ein oder andere Hirnverzwirbelung zu. Da es bei manchen Szenarien immer mal wieder sehr willkürlich werden kann, gibt es von mir 4 Sterne

Fazit

Quodd Heroes macht Spaß. Zumindest, wenn man sich durch Anleitung, FAQ und Errata gekämpft hat und der unzähligen Materialien Herr geworden ist. Quodd Heroes ist aber nicht für jeden etwas. Ein gewisser Spaß am Unberechenbaren muss vorhanden sein. Vor allem, wenn man bedenkt, dass in manche Züge schon ordentlich Hirnschmalz fließen kann, um möglichst genau voraus zu planen. Die Kommunikation des Autors, der sehr auf die Spieler und Unterstützer eingeht ist allerdings sehr vorbildlich und lässt zumindest mich persönlich über den initialen Mehraufwand hinweg sehen. Das Material macht auf jeden Fall ordentlich was her und verleiht dem Spiel die passende Atmosphäre. Ich bin froh, ein Exemplar ergattert zu haben und werde noch viele weitere Partien spielen.

Insgesamt bekommt Quodd Heroes somit von mir 4,5 Sterne!*

*Bewertung: Grafik, Materialqualität und Spielanleitung werden einfach gewichtet, Wiederspielbarkeit dreifach und Spielgefühl zweifach.

Links

Quodd Heroes Foren

Quodd Heroes bei Boardgamegeek

Quodd Heroes Spieleschmiede-Projekt

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Ein Spiel für 3-8 Spieler

Titelbild

Nachdem „Die Krieger vom Jein“ und „Zep!“ in der Spieleschmiede bereits alle Rekorde gebrochen haben, kommt nun mit „Elf Elfen Helfen“ das 3. Spiel der Serie „Die kleinen Feinen“ in die Spieleschmiede. Auch dieses Mal besteht das Spiel aus 10 Karten (wobei mein Prototyp noch Übersichtskarten enthielt, die ich persönlich sehr praktisch fände), die auf beiden Seiten 9 Elfen mit 9 verschiedenen Werkzeugen zeigen. Zusätzlich benötigt man nur ein paar Chips oder Marker (oder einen Zettel und Stift) und schon kann es losgehen!

Spielablauf

Zunächst einigen sich die Spieler darauf, wie viele Punkte zum Sieg benötigt werden. Dadurch kann man die Spieldauer variieren. Unsere Partien bis 15 haben mit 4-5 Spielern ca. 10 Minuten gedauert, in der größeren Runde auch mal 20 Minuten, aber nie länger.

Der Spielablauf ist denkbar einfach: Jede Runde wird die oberste Karte vom Stapel aufgedeckt. Alle Spieler versuchen nun möglichst schnell herauszufinden, welcher Elf mit welchem Werkzeug auf der aufgedeckten Karte fehlt. Die Elfen erkennt man an den verschieden farbigen Mützen, das Werkzeug an den verschiedenen Arten von Werkzeug.  Wenn ein Spieler meint, er wisse, welche Kombination aus Elf und Werkzeug fehlt, ruft sofort die Lösung. Wir haben es so gespielt, dass der Spieler, der die Lösung zu wissen glaubt, auf die Karte schlägt, so wurde jede Diskussion, wer nun zuerst gerufen hat im Keim erstickt – die unterste Hand war zuerst! Nun wird von allen Spielern gemeinsam geschaut, ob der Spieler recht hatte. Es gibt nun 3 Möglichkeiten:

  1. Der Spieler hatte recht: Sehr gut, zur Belohnung gibt es einen Punkt!
  2. Der Spieler hatte mit einem Merkmal recht (also entweder Elf oder Werkzeug): Naja, Ziel verfehlt, der Spieler muss 2 Punkte abgeben!
  3. Der Spieler hatte weder mit Elf noch mit Werkzeug recht: Versagt auf ganzer Linie – er muss 5 Punkte abgeben!

Das Spiel endet, wenn ein Spieler die zuvor ausgemachte Anzahl an Punkten erreicht. Er gewinnt das Spiel.

Alle Karten

Fazit

„Elf Elfen Helfen“ ist bis jetzt sicher das verrückteste der kleinen Feinen Spiele. Wer Spiele wie „Geistesblitz“ mag, sollte hier auf jeden Fall genauer hinschauen! Wir hatten eine Menge Spaß und haben viel gelacht und noch mehr geflucht. Denn manchmal sieht man nur einen minimalen Teil eines Werkzeuges, sodass man sich sicher ist, es sei nicht dabei. Und bei uns wurde es mit zunehmender Spieldauer immer schwieriger, einen klaren Kopf zu bewahren. „Elf Elfen Helfen“ ist ein optimaler Absacker oder Eröffner für einen Spieleabend. Oder eine willkommene Abwechslung zwischen zwei anspruchsvollen Runden. Wir waren zumindest nach einer Partie Trajan froh, mal kurz abzuschalten! Man sollte nur schauen, dass jeder in der Runde diese Art von Spiel auch gerne spielt. Mit Miesepetern macht es nämlich dann doch keinen wirklichen Spaß.

Ich hoffe, dass es die Übersichtskarten irgendwie auch in die finale Version schaffen, wenn nicht, wird es auf jeden Fall noch einen Tacken anspruchsvoller und damit noch verrückter. Für mich ist „Elf Elfen Helfen“ wieder ein schönes Beispiel, wie man mit sehr wenig Material sehr viel Spaß haben kann!

Karten Übersicht Mützen Übersicht Werkzeug Details

In meinem ersten Artikel (hier) hatte ich ja bereits über das Konzept der kleinen Feinen berichtet. Nun kommt das zweite Spiel in die Schmiede: Zep!

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Zep! ist ein Tabletop-Spiel für 2 und eventuell mehr Spieler. Warum eventuell? Nun, vorgesehen ist es für 2 Spieler, man kann es allerdings auch im Team 2 gegen 2 spielen und Till deutete an, dass es je nach Projektverlauf vielleicht eine „richtige“ 4-Spieler Version geben könnte. Wir lassen uns überraschen, aber um es herauszufinden, müssen wir wohl fleißig fördern! Die Rezension hier basiert aussschließlich auf 2-Spieler Partien, da mich Teams nie reizen.

Auch Zep! besteht wieder nur aus 9 Karten. Die Spieler benötigen einige kleine Chips bzw. Marker, zwei W6 und einen W20. Ziel des Spiels ist es, alle Zeppeline am Himmel zu kontrollieren. Sei es, weil man sie alle erobert hat oder weil man alle feindlichen Zeppeline abgeschossen hat – hauptsache man kontrolliert sie alle!

Spielaufbau

Jeder Spieler erhält zwei Schlachtschiffe und zwei Zerstörer in seiner Farbe. Wie der Name des Spiels bereits vermuten lässt, handelt es sich dabei um mächtige, mit Raketen vollgestopfte Zeppeline. Die Spieler setzen sich an einen Tisch gegenüber. Jeder Spieler platziert seine 4 Luftschiffe entlang seiner Tischkante. Und schon kann es losgehen!

Spielablauf

Ist ein Spieler an der Reihe, hat er immer 6 Aktionspunkte zur Verfügung, die er beliebig auf seine Luftschiffe verteilen kann, um mit diesen zu fliegen oder anzugreifen. Dabei ist jedoch zu beachten, wie viele Aktionspunkte maximal insgesamt für einen Zeppelin ausgegeben werden dürfen. Dies wird immer durch die größte, noch freie Zahl auf diesem Zeppelin angegeben. Wird ein Zeppelin getroffen, muss die höchste Zahl mit einem Chip abgedeckt werden und man kann für diesen Zeppelin nur noch die nächstniedrigere Zahl an Aktionspunkten verwenden.

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Ist man an der Reihe hat man im Wesentlichen 2 Aktionsmöglichkeiten:

Bewegen

Für Bewegungen wird die Abstandskarte verwendet. Für einen Aktionspunkt kann man ein Luftschiff entweder um die gesamte Länge der Karte gerade bewegen, oder man nutzt die auf der Karte abgebildeten, schrägen Linien, um Kurven zu fliegen. Dazu legt man die Karte mit dem einen Ende unter das Luftschiff, sodass die Kante der Luftschiffkarte an eine der Linien grenzt. Anschließend versetzt man das Luftschiff an die obere Kante der Abstandskarte oder an eine der Linien, sodass das Luftschiff eine Kurve fliegt. Die großen Schlachtschiffe können dabei nur die weniger schräge Linie benutzen, da sie einfach nicht so wendig sind, wie die Zerstörer.

Angreifen

Je nach Zeppelintyp kann man je Zeppelin 2 oder 3 mal in einer Runde Feuern, wenn man nicht schon zu viele Aktionspunkte für Bewegungen ausgegeben hat oder der Zeppelin bereits beschädigt ist. Die Zeppeline können generell nur zu den Seiten schießen. Um das Schussfeld zu bestimmen, stellt man sich einfach die verlängerten Diagonalen der Karte, von der aus man schießen möchte vor. Das Feld, das die verlängerten Diagonalen zu den Seiten hin bilden, ist das Schussfeld. Um zu schießen legt man den W20 an die Kante der Karte und schnippt ihn mit den Fingern in Richtung Ziel. Bleibt er auf einer Karte liegen, erhält der getroffene Zeppelin einen Schaden. Je nachdem wie schlecht man zielt, kann man sich so auch seine eigene Flotte zerstören.

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Als wären diese Aktionen nicht schon genug, gibt es auch noch die Möglichkeit, feindliche Luftschiffe zu entern (oder es zumindest zu versuchen). Dazu muss man sein Luftschiff so bewegen, dass es ein anderes Schiff berührt. Nun würfeln beide Spieler den W6, ziehen die Anzahl der Schadensmarker auf dem am Kampf beteiligten Schiff ab und der Spieler mit der höheren Zahl gewinnt. (Bei Unentschieden wird nochmal gewürfelt – bis einer gewinnt.) Der Gewinner fügt dem gegnerischen Luftschiff einen weiteren Schadensmarker hinzu. Befindet sich auf dem getroffenen Luftschiff bereits die maximale Anzahl Schadensmarker, wird es geentert. Dazu wird die Karte auf die andere Seite gedreht und das Luftschiff hat die Seite gewechselt! Aber Achtung! Die Schadensmarker bleiben auf dem Luftschiff!

Zusätzlich zu den oben genannten Möglichkeiten kann man für 3 Aktionspunkte einen Schadensmarker von einem Zeppelin entfernen. Das kann durchaus sinnvoll sein, da Zeppeline, auf denen sich die maximale Anzahl an Schadensmarkern befindet, manövrierunfähig sind und man mit ihnen nichts machen kann. Außerdem werden sie beim nächsten Raketentreffer zerstört und aus dem Spiel genommen.

Am Ende gewinnt der Spieler, der alle im Spiel befindlichen Zeppeline kontrolliert.

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Fazit

Zep! Ist ein herrliches Mikro-Tabletop-Spiel. Die bekannten Elemente aus Tabletopspielen werden hier in einer Miniversion auf den Tisch gebracht. Wir hatten beim testen viel Spaß, allerdings sollte man keinen zu großen Tisch wählen. Man hat nur 4 Zeppeline pro Spieler und ein W20 als Geschoss ist nicht unbedingt die präziseste Waffe. Man hat außerdem die Wahl: Möchte man das Spiel als schnelles, draufgängerisches Spiel für zwischendurch spielen? Dann steuert man einfach aufeinander zu und schnippt bzw. würfelt den Gewinner innerhalb von 10 Minuten aus. Oder möchte man doch lieber taktisch vorgehen? Dann kann man durchaus länger an einer Partie Zep! sitzen, da man mit weiten Bewegungen schnell mal der Reichweite des Gegners entfliehen kann. Für mich ist Zep! nach den Kriegern vom Jein bereits das zweite Spiel, dass sich auch hervorragend dazu eignet im (Camping-)Urlaub einfach mit eingepackt zu werden. Es nimmt kaum Platz weg, bietet aber erstaunlich viel Tiefgang für so wenig Spiel.

Ab dem 07.11.2014 ist Zep! in der Spieleschmiede zu haben und sucht Unterstützer:

Zum Projekt

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Mit den „kleinen Feinen“ bringt der deutsche Spieltrieb Verlag einen Crowdfunding-Trend nach Deutschland, der in den USA bereits immer häufiger zu finden ist: Die sogenannten „Pay What You Want“ – Spiele, also zu deutsch „Zahle, was du willst“ (Zwdw). Bei diesen Spielen ist es den Unterstützern selbst überlassen, wie viel Geld sie bezahlen wollen. Der Mindestbetrag ist dabei so kalkuliert, dass gerade mal die Herstellkosten gedeckt werden. Meistens wird dann ein Betrag empfohlen, bei dem auch etwas für den Verlag abfällt. Ob man sich an der Empfehlung orientiert, oder lieber mehr oder weniger zahlt, bleibt aber jedem selbst überlassen. Bei den Zwdw-Spielen handelt es sich außerdem immer um sogenannte Mini- oder Mikro-Spiele. Das sind Spiele, die mit sehr wenig Spielmaterial auskommen und meistens in einen Briefumschlag passen.

Wie beim aktuellen Projekt „Die Krieger vom Jein“ angekündigt, soll dem ersten Spiel eine ganze Reihe solcher Mikro-Spiele folgen, die allesamt über die Spieleschmiede finanziert werden sollen. Besonderheit hier: Die Spiele bestehen immer aus 9 oder 10 Karten. Zusätzliches Material, das benötigt wird, ist im Regelfall in jedem gut sortierten Spielehaushalt vorhanden. So werden zum Beispiel ein paar Meeple, Würfel oder auch mal kleine Chips benötigt.

Da ich persönlich ein großer Fan solcher Mikro-Spiele und auch des „Zahl, was du willst“-Konzepts bin, freue ich mich umso mehr, euch an dieser Stelle nun regelmäßig die neuen Projekte aus der Reihe „Die kleinen Feinen“ vorzustellen. Den Anfang macht das momentan laufende Projekt „Die Krieger vom Jein“:

Schachtel

„Die Krieger vom Jein“ ist ein Deduktionsspiel für 3-4 Spieler, bei dem es darum geht, durch geschicktes Erfragen von Informationen herauszufinden, welchen Krieger man vermisst. Das Spiel besteht aus 10 Karten: 9 Kriegerkarten und 1 Karte mit dem Hausdrache darauf:

Inhalt

Die Kriegerkarten unterscheiden sich alle voneinander. Jeder Krieger hat zwei Merkmale, die spielrelevant sind. Zum einen gibt es 3 verschiedene Schilde, die durch 3 Symbole unterschieden werden und zum anderen gibt es 3 verschiedene Helme, die durch die ausrichtung der Hörner unterschieden werden. Jeder Schild- und Hörnertyp hat außerdem eine eigene Farbe, sodass man auch nach den Farben gehen kann.

Spielablauf:

Zu Beginn des Spieles erhält jeder Spieler 2 (im 4-Spieler Spiel) bzw. 3 (im 3-Spieler Spiel) Karten auf die Hand. Die verbleibende Karte wird verdeckt in die Tischmitte gelegt. Im Spiel zu viert sind nur die 9 Kriegerkarten im Spiel. Im Spiel zu dritt dagegen wird auch der Hausdrache unter die Karten gemischt.

Hausdrache

Wenn ein Spieler an der Reihe ist, darf er nach einem Merkmal (Schildtyp oder Helmtyp) fragen. Die Mitspieler antworten dann im Uhrzeigersinn entweder mit „Ja“ oder mit „Nein“. „Ja“ bedeuetet, dass der Spieler mindestens 1 Krieger mit dem entsprechenden Merkmal auf der Hand hat. „Nein“ bedeutet, dass er keinen Krieger mit dem entsprechenden Merkmal auf der Hand hat. Die Fragen müssen selbstverständlich wahrheitsgemäß beantwortet werden.

Um aber dem Namen des Spiels gerecht zu werden, haben die Spieler auch die Möglichkeit mit „Jein“ zu antworten. Dies ist aber während einer Runde nur dreimal erlaubt. Zum Nachhalten haben wir jedem Spieler 3 Chips ausgeteilt, von denen für jedes „Jein“ einer abgegeben werden musste. Durch diese Möglichkeit kann man versuchen, die anderen Spieler weiterhin im Dunkeln tappen zu lassen.

Wenn ein Spieler zu wissen glaubt, um welche Karte es sich bei der verdeckten Karte handelt, schlägt er mit der Hand darauf. Oft passiert dies auch während ein anderer Spieler eine Frage beantwortet bekommt, da man dadurch die letzte nötige Information erhält. Hat man richtig gelegen, bekommt man einen Punkt, lag man falsch, bekommen alle anderen Spieler einen Punkt. Gespielt wird, bis ein Spieler 10 Punkte gesammelt hat und dadurch gewinnt.

Karten

Fazit:

„Die Krieger vom Jein“ ist ein Zwdw-Spiel wie es sein soll: Wenig Material, niedriger Preis und trotzdem viel Spielspaß und Spieltiefe. Wir haben uns in unseren Runden königlich amüsiert! Und die Tatsache, dass man während des Spiels versucht, sich möglichst alle gegebenen Antworten einzuprägen, lässt das Hirn ganz schön rauchen. Insbesondere im Spiel zu dritt muss man vor allem sehr darauf achten, was der Spieler vor einem geantwortet hat. Denn zu dritt ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass ein Spieler zwei Krieger eines Merkmales auf der Hand hat. Antworten auf die Frage nach diesem Merkmal beide Spieler mit „Nein“, ist also dem Fragesteller sofort klar, welche Karte in der Mitte liegt.

Außerdem ist die Zusammenstellung der Mitspieler ebenfalls ein Faktor, den man nicht außer Acht lassen darf. Wenn man seine Pappenheimer kennt, kann man auch schonmal ein „Jein“ richtig interpretieren und einen Blindschuss wagen. Hat der andere jedoch geblufft, ist das Gelächter groß, wenn statt des stolzen Kriegers ein niedlicher Hausdrache aufgedeckt wird.

Wer Deduktionsspiele mag, seine grauen Zellen ein bisschen auf Trab halten will und gerne Lacht, sollte an diesem Spiel nicht vorbeigehen. Insbesondere, da man es bereits ab 3€ bei der Spieleschmiede fördern kann!

Hier der Link zum Spieleschmiede-Projekt:
https://www.spiele-offensive.de/Spieleschmiede/Die-Krieger-vom-Jein/

Spielsituation

Nord

Veröffentlicht: 10. Oktober 2014 in Rezensionen
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Ein Spiel für 2-4 Spieler

Cover

ACHTUNG: Bei allen Bildern handelt sich um Fotos des Prototypen! Die finale Grafik und Qualität kann abweichen!!!

In Nord versuchen die Spieler durch das geschickte Platzieren ihrer Arbeiter möglichst viele Punkte zu sammeln. Dabei ist der Glücksfaktor auf ein Minimum reduziert und man hat es selbst in der Hand, ob man siegreich aus der Schlacht ziehen oder unterwürfig nach Hause zurück schleichen wird!

Spielaufbau

Der Spielaufbau ist variabel. Je nach Anzahl der Spieler werden unterschiedlich viele Landschaftsplättchen um das zentrale Drachenboot herum verteilt. Auf diesen Landschaftsplättchen sind die Landschaften Wald, Gebirge und Sand abgebildet:

Spielaufbau

Auf jedem Landschaftsteil werden 1 Schatz und 1 Siedlung platziert. Außerdem erhält jeder Spieler 24 Arbeiter, einen Jarl und 3 Schätze. Nun wählen die Spieler ihre Startsiedlungen aus. In jede setzen sie Ihren Jarl und einen Arbeiter. Die übrigen Siedlungen werden mit neutralen Jarlen besetzt.

Spielablauf

Ist ein Spieler am Zug, hat er genau zwei Möglichkeiten:

Zugübersicht

Arbeiter einsetzen:

Wählt er diese Möglichkeit kann er 1-3 seiner Arbeiter auf Land oder 1-2 seiner Arbeiter auf Boote im Wasser einsetzen. Dazu gibt es natürlich Setzregeln zu beachten. So dürfen neu eingesetzte Arbeiter nur auf dieselbe Landschaftsart gesetzt werden, und müssen alle senkrecht oder waagerecht aneinander angrenzen. Außerdem müssen sie an einen Krieger (so nennt man die Arbeiter, die sich in Siedlungen befinden) angrenzen. Dazu reicht es auch, wenn sie über andere Figuren mit einem Krieger verbunden sind.

Das wichtige ist, das durch das Verbinden von zwei Siedlungen ein Kampf ausgelöst wird, sofern 3 Voraussetzungen erfüllt sind: 1) In der Ausgangssiedlung muss ein eigener Krieger stehen. 2) In der Zielsiedlung darf kein eigener Krieger stehen. 3) Beide Siedlungen dürfen nicht schon auf anderem Wege miteinander verbunden sein. Hierbei zählen nicht nur die direkten Verbindungen, die durch die eigenen Arbeiter hergestellt werden, auch die Arbeiter anderer Spieler stellen eine Verbindung, sogennante „Bündnisse“ dar. Es ist also durchaus möglich, dass ich zwei Arbeiter einsetze und dadurch zwei Siedlungen miteinander verbinde, die 8 Felder auseinander entfernt liegen – einfach weil der Rest der Strecke durch gegnerische Arbeiter verbunden wird.

Kommt es nun zu einem Kampf, ermittle ich die kürzeste Strecke zwischen beiden Siedlungen und nehme alle eigenen Arbeiter aus dieser Verbindung heraus. Sie werden folgendermaßen verteilt:

  • Der 1. Arbeiter stirbt, d.h. er wird in das große Drachenboot gesetzt
  • Der 2. Arbeiter wird in die Zielsiedlung gesetzt
  • Der 3. Arbeiter wird in die Ausgangssiedlung gesetzt
  • Der 4. Arbeiter stirbt wieder, kommt also ins Drachenboot
  • Der 5. Arbeiter darf wahlweise in die Ausgangs- oder in die Zielsiedlung gesetzt werden
  • Alle weiteren Arbeiter sterben und kommen in den eigenen Vorrat zurück

Und genau diese Verteilung ist der Knackpunkt bei der Überlegung, ob und wann man einen Kampf auslöst. Es ist beispielsweise relativ sinnlos, mit einem einzelnen Arbeiter einen Kampf auszulösen, da er stirbt und nichts weiter passiert. Dies kann nur in seltenen Fällen eine gewollte Möglichkeit sein. Gleichzeitig ist der Kampf die einzige Möglichkeit, Arbeiter (bzw. Krieger) in Siedlungen zu setzen. Man muss also gut aufpassen, wie schnell man expandiert, da man immer eine leere Siedlung angreifen muss, um in andere Siedlungen wieder Krieger zu bekommen. Und die Anzahl der Siedlungen ist begrenzt!

Einen fremdem Jarl besiegen

Die zweite Aktionsmöglichkeit ist die, einen fremden Jarl zu besiegen. Dafür muss man in der Siedlung, deren Jarl man bezwingen möchte, mindesten zwei Krieger haben und man muss die meisten Krieger in dieser Siedlung haben. Zuletzt muss man eine durchgängige Verbindung zum Drachenschiff kontrollieren, um den Jarl mit allen gebührenden Ehren nach Walhall zu befördern. Der besiegte Jarl wird dann ins große Drachenboot gesetzt und man erhält die Anzahl an Punkten, die auf dem Feld, auf das er gesetzt wird, abgedruckt ist. Man bekommt immer mehr Punkte, je mehr Plätze schon durch vorher gestorbene Krieger/Jarle besetzt sind.

Volle Siedlung

Die Wertungen

Kann eine Spieler keine der beiden Aktionen ausführen oder ist das große Drachenschiff nach einer Aktion voll besetzt, kommt es zu einer Wertung. Es gibt insgesamt 4 Wertungen, nach der 4. endet das Spiel mit der Schlusswertung. Die 1. und 3. Wertung sind jeweils so genannte „Rohstoffwertungen“, die 2. und 4. sind „Kriegerwertungen“.

Wertungen

Rohstoffwertung

Bei der Rohstoffwertung bekommen die Spieler Punkte für alle Waldgebiete (egal wie viele Felder in einem Waldgebiet besetzt sind) und für alle Steinfelder. Dafür müssen die Arbeiter, die Punkte bringen sollen mit einer Siedlung verbunden sein, in der der Besitzer nicht die wenigsten Krieger hat. Für jede so „belieferte“ Siedlung erhält der Besitzer der Arbeiter 1 Punkt pro besetztem Steinfeld/Waldgebiet. Insbesondere durch geschickt gesetzte Steinarbeiter kann man in dieser Wertung einige Punkte einfahren. Nach der Wertung kommt es jedoch zu schweren Erdstößen und alle Steinarbeiter, die Punkte erwirtschaftet haben, sterben (sie kommen also zurück in den Vorrat des ihres Besitzers).

Kriegerwertung

Bei der Kriegerwertung gilt es, die in Siedlungen platzierten Krieger zu ernähren. Dafür werden nur die 8 um eine Siedlung herumliegenden Felder berücksichtigt. Ernährt werden können die Krieger durch Waldgebiete und durch Fischer (Arbeiter auf Schiffen). Jedes Waldgebiet, das besetzt ist, ernährt einen Krieger jedes Spielers in der Siedlung, jeder Fischer ernährt einen Krieger jedes Spielers in der Siedlung und die Siedlung selbst ernährt einen Krieger jedes Spielers in der Siedlung. Alle nicht ernährten Krieger kommen zurück in den Vorrat des Besitzers. Für die ernährten Krieger erhält man Punkte entsprechend ihrer Anzahl zum Quadrat (z.B. 16 Punkte für 4 Krieger). Nach einer Kriegerwertung rafft ein tödlicher Sturm alle Fischer dahin und die Arbeiter kommen zurück in den Vorrat ihres Besitzers.

Nach den Wertungen wird das Drachenboot geleert: Arbeiter kommen zurück in den Vorrat der Spieler, Jarle rücken auf und besetzen so die niedrigsten Felder. Außerdem werden freie Schatzfelder auf dem Spielfeld aufgefüllt.

Auslösen einer Wertung

Die Schätze

Die Schätze im Spiel haben zwei Funktionen: Zum einen können sie vor dem Einsetzen von Arbeitern gespielt werden, um einen Bonus zu erhalten. Man kann dadurch mehr Arbeiter einsetzen, Arbeiter auf verschiedene Landschaftsarten setzen oder einen Arbeiter von einer Siedlung zu einer anderen, verbundenen Siedlung setzen. Außerdem gibt es verschiedene Symbole auf den Schätzen, für die man am Ende des Spiels (natürlich nur, sofern man die Schätze aufbewahrt hat) Punkte erhält. Dabei gibt es sowohl Punkte für Sets aus gleichen Symbolen als auch für Sets aus verschiedenen Symbolen.

Spielende

Nach der 4. Wertung werden die Punkte für die Schätze vergeben und das Spiel endet. Der Spieler mit den meisten Punkten hat gewonnen.

Spielende mit 3 Spielern

Fazit

Nord ist ein sehr taktisches Spiel mit minimalem Glücksfaktor. Nach den ersten Runden beginnt man zu begreifen, wofür es Punkte gibt und wie die Kämpfe funktionieren. Wenn man einmal verstanden hat, worauf es ankommt, ist es ein sehr spannendes und anspruchsvolles Spiel, das wenig Platz für Fehler lässt. Beim Lesen der Anleitung habe ich mich etwas schwer getan, da es doch recht kompliziert zu verstehen war, wie verschiedene Bündnisse ineinander übergehen bzw. wann es wie zum Kampf kommt. Sobald ich das Spiel jedoch aufgebaut hatte und die ersten Arbeiter gesetzt waren, war mir klar, wie das Setzsystem funktioniert.

Eine Partie Nord dauert nicht allzu lange, ist aber meiner Meinung nach für Wenig- oder Gelegenheitsspieler ob der Komplexität nicht geeignet. Für Spieler, die sich gerne kniffligen Aufgaben stellen, ist es aber genau das richtige Spiel!

Nord ist noch bis Ende November als Crowdfunding-Projekt in der Spieleschmiede und sucht Unterstützer: https://www.spiele-offensive.de/Spieleschmiede/Nord/

Großes Drachenboot Kampf um den Jarl Siedlung Verteidigung Spielbeginn Startsiedlung

Typo 2D

Veröffentlicht: 22. September 2014 in Rezensionen
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Ein Spiel für 2 – 6 Spieler

 

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Bei Typo 2D geht es darum, aus Karten mit Buchstaben Wortanfänge zu legen. Der Witz im Spielmechanismus ist jedoch, dass alle Spieler gleichzeitig ihre Karten legen und sich das Spielfeld somit bereits geändert haben kann, bevor man seinen Buchstaben anlegt.

Das Spiel kommt in einer kleinen Schachtel mit 61 Buchstabenkarten und einer Karte zur Auflösung von Unentschieden daher. Die Karten sind quadratisch und die Buchstaben schön bunt dargestellt. Manche Karten haben zusätzliche Symbole, mit denen man im fortgeschrittenen Spiel Sonderaktionen ausführen kann.

Das Spielprinzip ist denkbar einfach: Die Spieler erhalten eine gewisse Anzahl an Karten auf die Hand. Ein Buchstabe wird als Startbuchstabe in die Mitte gelegt und dann geht’s los. Alle Spieler wählen gleichzeitig einen Buchstaben aus, und legen diesen verdeckt vor sich ab. Wenn sich alle Spieler für einen Buchstaben entschieden haben, decken alle Spieler ihre Karte auf. Der Spieler, dessen Buchstabe zuerst im Alphabet kommt, darf seine Karte als erstes anlegen. Beim Anlegen des Buchstabens geht es darum, den Anfang eines Wortes zu bilden.

Welche Art von Wort hier gebildet werden darf sollte vor dem Spiel abgeklärt werden (z.B. keine Eigennamen, keine Städte oder Länder etc.)
Dann legen die anderen Spieler ihre Buchstaben an. Ab dem Zeitpunkt, ab dem 4 Wortanfänge ausliegen, darf man nur noch an diese anlegen, oder zwischen einzelne Buchstaben, die dadurch verbunden werden.

Kann ein Spieler seine Karte nicht anlegen, muss er das längste Wort auf dem Feld nehmen, und die Hälfte der Karten davon auf die Hand nehmen. Gewonnen hat am Schluss der Spieler, der zuerst alle Karten losgeworden ist.

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Ich war zunächst skeptisch, da ich dachte, dass von Wortanfängen kein hoher spielerischer Reiz ausgeht und man keinen besonders ausgeprägten Wortschatz dazu benötigt. Die ersten Partien haben mich jedoch eines Besseren belehrt! Dadurch, dass man an bereits vorhandene Wortanfänge anlegen muss, kommen die grauen Zellen ganz schön ans Arbeiten! Und es ist gleichermaßen interessant und faszinierend, wie aus einem Wortanfang ein ganz anderes Wort entsteht.

Mit der fortgeschrittenen Variante kommen zusätzlich Symbole ins Spiel, die es z.B. ermöglichen,  einen Buchstabe auszutauschen etc. Damit wird das Spiel noch taktischer und bietet einen hohen Wiederspielreiz.

Typo 2D ist ein schönes Spiel für zwischendurch, bei dem man seinen Wortschatz gehörig auffrischen kann. Durch das einfache Spielprinzip kann man es mit der ganzen Familie spielen. Trotzdem hat es eine gewisse taktische Tiefe, da man immer überlegen muss, wie man gegebenenfalls auf Mitspieler reagiert, die einem den Plan mit ihrem Buchstaben vereiteln. Zudem lässt sich Typo 2D auch in jeder Sprache spielen, die lateinische Buchstaben verwendet, somit kann es z.B. hervorragend zum Auffrischen anderer Sprachen verwendet werden.