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Wangdo

Veröffentlicht: 17. Oktober 2019 in Rezensionen
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Wangdo Cover

Ein Spiel für 2-4 Spieler vom Spielefaible Verlag

Übersicht

Nachdem ich zuletzt das anspruchsvolle Airship City vom Spielefaible Verlag rezensieren durfte, stand nun die wunderschön gestaltete Neuheit Wangdo auf dem Programm. In Wangdo errichten die Spielerinnen Bärenstatuen auf einer Karte, um dadurch möglichst schnell 8 bestimmte Schätze (bzw. 12 im 2-Personenspiel) zu sammeln. Dabei gelten wenig überraschend natürlich einige Regeln, die das ganze vor allem gegen Spielende etwas kniffliger gestalten. Insgesamt gibt es die Bärenstatuen in 4 verschiedenen Farben. Der Spielplan besteht aus einem Wegenetz, das die verschiedenen Bauplätze miteinander verbindet. Zu Beginn des Spiels werden 4 Statuen zufällig platziert. Danach dürfen weitere Statuen nur benachbart zu bereits vorhandenen Statuen gebaut werden. Aber Achtung! Gleiche Farben dürfen niemals nebeneinander gebaut werden. Um Statuen bauen zu können, müssen die Spielerinnen natürlich Baukosten bezahlen. Je weiter das Spiel fortschreitet, desto teurer werden diese, denn für jede benachbarte Statue muss beim Bau eine solche Statue abgegeben werden. Die bezahlten Statuen werden in Tempeln gesammelt, aus denen die Spielerinnen sie anstelle der Bauaktion nehmen können. Alternativ kann man sich auch neue Statuen aus dem Beutel nehmen, wodurch man eine mehr erhält, dafür aber nicht weiß, was man bekommt. Lukrativ ist es auch, die 5. Statue einer Farbe im Tempel zu platzieren, da diese dann in den Beutel zurückkommen und man eine Statue aus einem anderen Tempel nehmen darf.

Die ganze Knobelei dient dem Zweck, die Schatzplättchen der Felder einzusammeln, auf denen man Statuen errichtet. Jede Spielerin muss 4 verschiedene Plättchen je zweimal sammeln. Hat man bereits beide Plättchen einer Sorte, darf man auf den entsprechenden Feldern auch keine Statuen mehr bauen. Am Ende der Runde, in der mindestens eine Spielerin alle 8 Schätze gesammelt hat, endet das Spiel. Falls eine Spielerin alleine die 8 Plättchen gesammelt hat, ist sie die Gewinnerin. Sollten dies mehrere Spielerinnen erreicht haben, entscheidet die Anzahl der Drachenmünzen. Und das bringt mich zum letzten Element des Spiels: Immer wenn eine Spielerin den zweiten Schatz einer Art eingesammelt hat, erhält sie eine Spezialkarte. Diese Karten ermöglichen den Spielerinnen besondere Aktionen wie z.B. günstigeres Bauen. Allerdings sind nicht ausgegebene Karten am Ende des Spiels eine Drachenmünze wert. Hier gilt es also gut abzuwägen. Da bei uns fast alle Partien über die Drachenmünzen entschieden wurden, sollte man sich zweimal überlegen, ob man die Karten (von denen man maximal bis zu vier erhalten kann) ausspielen möchte. Außerdem gibt es auf manchen Schatzplättchen ebenfalls Drachenmünzen, diese Plättchen sind natürlich besonders begehrt.

Wangdo Tableau

Eine Partie Wangdo dauerte bei uns auch in Vollbesetzung nie länger als 30 Minuten, zu zweit kann man das Spiel auch in 15 Minuten spielen. Es ist also wunderbar für zwischendurch geeignet. Nun zu den einzelnen Bewertungskriterien:

Spielgrafik

Die Spielgrafik ist umwerfend! Das Cover und sogar die Innenseite des Deckels sind phänomenal schön gestaltet. Auch Spielbrett und Karten sind entsprechend passend illustriert. Die Bärenstatuen sind schön und machen das volle Spielbrett zu einem Hingucker. Mehr gibt es auch gar nicht dazu zu sagen. Schlicht und einfach: 5 von 5 Punkten.

Materialqualität

Wangdo Start

Die Materialqualität ist ebenfalls sehr hochwertig. Die Statuen sind aus einem nicht zu harten Kunststoff, und schön schwer. Dem Spiel liegt ein schöner Stoffbeutel bei, aus dem die Statuen gezogen werden. Der mehrteilige Spielplan, der bei 2 oder 3 Spielerinnen um ein Element verkleinert wird, ist aus stabilem Karton, genau wie die Spielertableaus und die Stanzteile. Die Kartenqualität ist auch vollkommen ausreichend und die Schachtel ist hochwertig und mit schönen Hochglanzapplikationen ein echter Hingucker im Regal. Hier gibt es für Wangdo ebenfalls volle 5 Sterne.

Spielanleitung

Die Spielanleitung schafft es, das Spiel auf nur 3 Seiten anschaulich und mit genügend Beispielen und Abbildungen zu erklären. Lediglich mit der Unterscheidung zwischen Reihe und Spalte hat man sich etwas schwergetan. Was ich aber ganz besonders hervorheben möchte ist die letzte Seite der Anleitung: Dort kommen sowohl die Autoren als auch der Grafiker zu Wort und werden kurz vorgestellt. Abgesehen davon, dass ich es total interessant finde, die Enststehungsgeschichte eines Spiels (zumindest kurz) zu erfahren, finde ich es vorbildlich, dass den kreativen Köpfen hinter einem Spiel der verdiente Platz eingeräumt wird. In einer Szene, in der es immer wieder Veröffentlichungen gibt, bei denen der Autor kaum wahrzunehmen ist, finde ich das vorbildlich und würde mich freuen, wenn das Modell Schule macht. Daher gebe ich der Anleitung 6 von 5 Sternen. Und ja, das geht, schließlich sind meine Regeln da, um ab und an auch mal gebrochen zu werden.

Wiederspielbarkeit

Wangdo ist ein abstraktes Spiel. Die Aufmachung und die Grafik sind zwar geneigt, andere Erwartungen zu schüren, doch bei Wangdo werden klassisch abstrakte Mechanismen verwendet. Und das ist gut für die Wiederspielbarkeit. Durch das sich immer anders entwickelnde Feld und das Zufallselement des Statuen Ziehens ist keine Partie wie die andere. Allerdings ist Wangdo auch sehr schnell gespielt und fühlt sich nach einigen Partien sehr ähnlich an. Für mich ist es ein Spiel, dass ich immer gerne mal mitspielen werde, aber nicht wie z.B. Schach oder Siam immer weiter hintereinander spielen möchte. Deshalb gibt es von mir einen Stern Abzug und somit sehr gute 4 von 5 Sternen.

Spielgefühl

Beim Spielgefühl schieden sich in den Testrunden die Geister. Der einen Hälfte war es zu zufällig und ein reines „viele Statuen sammeln, um viele Statuen auszugeben“, der die andere Hälfte mochte die Knobelei und die Möglichkeit des abstrakten Planens auf der Karte. Ich selbst würde mich irgendwo dazwischen einordnen. Wangdo ist kurzweilig und macht Spaß. Und Wangdo ist ein hervorragender Einstieg in die Welt der abstrakten Spiele und kann durch seine Optik auch Skeptiker zu einem Versuch überreden. Und da es schnell gespielt ist, eignet es sich auch ideal als Auftakt zu einem Spieleabend. Mir persönlich fehlt ein kleines bisschen die Vorausplanbarkeit, um mich beim Knobeln auch 100%-ig anzustrengen. Genau diese Unwägbarkeiten gleichen aber auch den Unterschied zwischen sehr starken Spielerinnen und Einsteigerinnen aus. Somit ist es für mich ein perfektes Einstiegsspiel auch für Kinder oder Gelegenheitsspielerinnen und bekommt solide 4 von 5 Sternen!

Fazit

Wangdo ist ein absoluter Hingucker im Regal und auf dem Tisch. Die kurze Spieldauer und der leichte Einstieg machen es zu einem wunderbaren Einstiegsspiel für abstrakte Spiele. Bei Grafik und Material hat der Verlag alles richtiggemacht und bei mir wird es immer wieder mal auf den Tisch kommen, wenn es nicht zu lange dauern soll. Am Ende kommt Wangdo damit auch auf verdiente 4,5 Sterne*!

*Bewertung: Grafik, Materialqualität und Spielanleitung werden einfach gewichtet, Wiederspielbarkeit dreifach und Spielgefühl zweifach.

Links

Wangdo bei der Spiele-Offensive (affiliate Link)

Wangdo auf der Verlagsseite

Wangdo bei Boardgamegeek

Wangdo Spielende