Mit ‘Würfel’ getaggte Beiträge

Ein Spiel für 1-4 Spieler vom Spielefaible Verlag

Übersicht

Nach Airship City und Wangdo hat es mich sehr gefreut, auch Freshwater Fly vom Spielefaible Verlag rezensieren zu dürfen. Das Spiel hatte ich schon bei Kickstarter auf dem Radar, habe mich aber seinerzeit dagegen entschieden, weil ich zu dem Thema keinen Bezug habe. Jetzt erscheint die deutsche Version des Spiels und wir haben es in unseren Runden mit viel Spaß getestet.

In Freshwater Fly schlüpfen die Spieler in die Rolle von Anglern, die möglichst lukrative Fische aus dem Fluss fischen wollen. Das Spiel kommt inklusive zwei kleiner Minierweiterungen. Auf diese gehe ich gesondert bei der Wiederspielbarkeit ein, daher bleiben sie im Folgenden zunächst unberücksichtigt. Der Fluss besteht aus einer Kartenauslage aus 6 x 3 Karten. Bis auf 3 Felder, die mit Felsenkarten belegt sind, befindet sich auf jedem Feld eine Fischkarte. Alle Fischarten gibt es in verschiedenen Kartenfarben. Die Kartenfarbe bestimmt, wie widerwillig sich ein Fisch fangen lässt und wie viele Punkte er am Spielende einbringt. Außerdem liegen unterhalb einer Spalte immer bis zu 5 zufällige Larvenmarker in verschiedenen Farben. Jeder Spieler hat ein eigenes Tableau, dass seine Finesse anzeigt, eine drehbare Kurbel enthält und die speziellen Siegpunktbedingungen für jeden Spieler darstellt. Oberhalb des Flusses liegen noch 5 Schwungplättchen aus.

Zu Beginn einer Runde werden immer alle Würfel geworfen. Im Anschluss kann reihum jeder Spieler einen Würfel auswählen und damit eine von drei Aktionen ausführen. Eine Möglichkeit ist das Fangen eines Fisches. Dazu legt er den Fangmarker auf einen Fisch der durch den Würfel angezeigten Spalte. Sein linker Nachbar deckt nun eine Fangkarte auf. Unter den insgesamt 4 Fangkarten befindet sich eine Erfolgskarte. Sollte der Fangversuch erfolglos geblieben sein, treibt der Fangmarker eine Spalte weiter Flussabwärts. Nun werden 2 Fangkarten aufgedeckt. Sollte der Versuch immer noch nicht erfolgreich gewesen sein, treibt der Marker noch eine Spalte weiter, um die letzte Karte aufzudecken. Wichtig ist bei der Aktion, dass die Fangkarten nur dann auch wirklich aufgedeckt werden, wenn unter der entsprechenden Spalte ein Larvenmarker liegt, der die selbe Farbe wie die Fliege, also der Köder, des aktiven Spielers hat. Ist dies nicht der Fall, werden die Fangkarten gar nicht erst aufgedeckt. Wenn ein Spieler einen Fisch gefangen hat, legt er diesen der Farbe entsprechend über seinem Tableau ab.

Die zweite Aktionsmöglichkeit ist das Weiterdrehen der Kurbel. Diese Aktion kann logischerweise nur ausgeführt werden, wenn schon ein Fisch angebissen hat. Die Kurbel darf um die entsprechende Augenzahl des gewählten Würfels weitergedreht werden. Dann wird die Aktion des Feldes ausgeführt, auf dem die Kurbel stehen bleibt. Über ein Feld kommt man hier an die begehrten Schwungplättchen, die einem verschiedene Vorteile bis hin zu Doppelzügen gewähren. Man kann aber auch seine Finesse verbessern, um während seines Zuges z.B. das Würfelergebnis zu manipulieren oder einen Fisch abzubremsen. Immer wenn die Kurbel einmal vollständig aufgerollt wurde, wird der Fisch ein Stück eingeholt. Grüne Fische hat man somit sofort gefangen, Schwarze benötigen einen weiteren Umlauf, goldene Fische sogar insgesamt 3 Umläufe. Wichtig ist bei dieser Aktion, dass die Fische natürlich gegenhalten. Der Wert eines Fisches wird hierbei vom gewählten Würfelwert abgezogen. Somit lohnt es sich oft, einen Fisch abzubremsen um diesen Wert damit auf null zu reduzieren.

Als dritte Aktionsmöglichkeit kann man mit einem Beliebigen Würfel seine Finesse um 2 erhöhen. Das Spiel endet am Ende der Runde, in der ein Spieler seinen 7. Fisch gefangen hat. Am Spielende gibt es zum einen die persönlichen Siegpunkte, die sich von Spieler zu Spieler unterscheiden. Außerdem gibt jeder Fisch eine gewisse Anzahl Punkte, jedes Set aus 3 verschiedenen Fischen Punkte und für die Mehrheit der gefangenen Lachse bekommt man ebenfalls Punkte.

Im Spiel gibt es noch viele weitere Details zu beachten. Diese alle zu beschreiben käme aber einem Abschreiben der Anleitung gleich. Deshalb ist der Spielverlauf hier auf die wesentlichen Aktionen beschränkt dargestellt. Kommen wir nun zu den einzelnen Bewertungskriterien:

Spielgrafik

Freshwater Fly ist toll thematisch gestaltet. Dabei wurden keine Abstriche bei der Übersichtlichkeit gemacht und die Ikonografie ist nach der ersten Partie tatsächlich selbsterklärend. Die Fischkarten sind schön gestaltet, Kenner werden sich sicher über die realistischen Zeichnungen freuen. Auch die Tableaus, Karten und das Cover sind ansprechend gestaltet. Für mich gibt es hier klare 5 von 5 Sternen.

Materialqualität

Die Materialqualität ist ebenfalls sehr gut. Die Karten sind vernünftig, alle Pappmarker sind aus dicker Pappe, die Tableaus mit der Rolle sind schon zusammengesetzt und es ist sogar ein Stoffbeutel zum zufälligen Ziehen der Larvenmarker enthalten. Die Materialquantität hat mich allerdings in zwei Dingen enttäuscht: Es gibt zwar eine Übersichtskarte, die alle Symbole, die auf Schwungplättchen, Tableaus und Karten zu finden sind, darstellt. Auf eine Übersichtskarte für die zwei Hauptaktionen wurde leider verzichtet. Gerade als Erklärbär freue ich mich immer besonders über solche Karten, da man sich dort schön entlanghangeln kann und für die ersten Partien sind Spieler immer dankbar, wenn sie nochmal schnell nachgucken können, wie eine Aktion abläuft. Das zweite was dem Spiel meiner Meinung nach noch mehr fehlt, ist ein Wertungsblock. Am Ende des Spiels gibt es verschiedene Möglichkeiten, Punkte zu erzielen und diese sind auch noch von Spieler zu Spieler individuell. Es gibt aber keine Punkteleiste oder überhaupt eine Möglichkeit, die Punkte nachzuhalten. Hier wäre ein schöner Wertungsblock auf jeden Fall die passendste Methode gewesen, die Punkte nachzuhalten. Mir ist bewusst, dass das Jammern auf hohem Niveau ist, aber mit den letzten Erscheinungen hat der Verlag die Messlatte sehr hoch gelegt und bei den ansonsten hochwertigen und tollen Komponenten fällt das Fehlen dann noch mehr auf. Von daher gebe ich hier 4 von 5 Sternen.

Spielanleitung

Die Spielanleitung lässt keine Fragen offen. Sie ist übersichtlich strukturiert, klar verständlich formuliert und enthält genügend Beispiele. Für die Solo-Variante ist eine Kampagne enthalten. Vorbildlich und somit klare 5 von 5 Sternen.

Wiederspielbarkeit

Die Wiederspielbarkeit bei Freshwater Fly ist immens. Dazu tragen verschiedene Faktoren bei: Zum einen die immer wieder zufällige Anordnung der Fische und Larvenmarker auf dem Fluss. Zum anderen die verschiedenen persönlichen Schlusswertungen. Außerdem gibt es ganz verschiedene Ansätze, das Spiel zu spielen. Man kann versuchen, schnell das Spielende einzuläuten, in dem man nur kleine Fische fängt, die dann aber auch weniger Punkte mitbringen. Man kann Sets sammeln, versuchen den Mitspielern die passenden Fische wegzuschnappen etc. Durch die enthaltenen Mini-Erweiterungen kommt nochmal zusätzliche Varianz ins Spiel. So kommen neue Schwungplättchen und neue Felsenkarten ins Spiel. Für Fans von Solo-Varianten bietet Freshwater Fly einen Solo-Modus inklusive verschiedener Szenarien. Da ich diesen nicht getestet habe, kann ich dazu aber keine weiteren Aussagen treffen. Insgesamt bekommt Freshwater Fly damit aber völlig verdiente 5 Sterne für die Wiederspielbarkeit.

Spielgefühl

Nach dem Lesen der Anleitung und den ersten 3 Aktionen war ich zunächst skeptisch. Fühlte es sich doch so an, als würde man immer einen Fisch fangen und dann einfach nur seine Kurbel drehen, bis der Fisch gefangen ist. Durch die Verzahnung der verschiedenen Details und Mechanismen des Spiels ist jedoch genau das viel spannender, als ich zunächst gedacht hätte. Man kann an so vielen Stellschrauben drehen und man steht immer wieder vor kniffligen Entscheidungen. Lieber die hohen Würfel nehmen oder lieber Startspieler werden? Lieber noch einen Lachs für die Mehrheit fangen oder einen Fisch, der zu meinen Sets passt? Sollte ich diese Runde schon den Köder wechseln oder lieber noch einen Fisch in der passenden Farbe fangen. Und genau das macht das Spiel hochinteressant und alles andere als langweilig oder vorhersehbar. Mir hat es auch insbesondere zu zweit sehr gut gefallen, da es dann ein bisschen planbarer ist, als mit mehr Spielern. Bei 4 Spielern kann sich doch schon einiges im Fluss und in der Würfelauslage getan haben, bis man wieder am Zug ist. In unseren Testrunden ist das Spiel auf jeden Fall sehr gut angekommen und auf so manchem Einkaufszettel für die Messe gelandet. Daher gibt es auch hier volle 5 Sterne!

Fazit

Ein Spiel, dessen einziger Kritikpunkt für mich das Fehlen einer Übersichtskarte und eines Wertungsblockes sind, hat offensichtlich alles richtiggemacht. Freshwater Fly ist ein interessantes und kurzweiliges Spiel, dessen Würfelmechanismus mich begeistert hat. Wenn man sich für das Angeln interessiert ist das Spiel bestimmt noch interessanter, da ich als Laie wenig mit den Begrifflichkeiten anfangen konnte, sie mir aber sehr nah am Thema gewählt vorkamen. Freshwater Fly wird sicher noch oft auf den Tisch kommen und macht in jeder Besetzung Spaß. Der Spielefaible Verlag zeigt wieder einmal, dass er ein sehr gutes Händchen bei der Auswahl seiner Spiele hat und sich bei Qualität und Aufmachung der Spiele hinter niemandem Verstecken muss. Von mir gibt es extrem gute 4,9 Sterne*!

*Bewertung: Grafik, Materialqualität und Spielanleitung werden einfach gewichtet, Wiederspielbarkeit dreifach und Spielgefühl zweifach.

Links

Freshwater Fly auf der Verlagsseite

Freshwater Fly bei Boardgamegeek

Bloom

Veröffentlicht: 22. Juli 2019 in Rezensionen
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Schachtel

Ein Spiel von Gamewright für 2-5 Spieler

Übersicht

Neben Rolling America habe ich mir vom amerikanischen Gamewright Verlag auch das neue Roll and Write „Bloom“ bestellt. Bei dem Spiel versuchen die Spieler, den Kunden (Würfeln) die passenden Blumensträuße zu verkaufen. Dazu wählt man einen Würfel aus und umrandet anschließend die passende Anzahl an vorzugsweise gleichfarbigen, orthogonal zueinander angrenzenden Blumen auf seinem Block. Man kann auch andere Farben oder weniger als durch die Augenzahl geforderte Blumen ankreuzen, hat dann jedoch einen unzufriedenen Kunden, der am Ende einen Punkt abzug bringt. Punkte gibt es für das möglichst schnelle einkreisen aller Blumen einer Farbe und für fertig eingekreiste Beete. Wenn ein Spieler alle Beete oder 3 Farben komplettiert hat. Abzüglich der Minuspunkte für unzufriedene Kunden gewinnt derjenige, der die meisten Punkte gesammelt hat.

Komponenten

Spielgrafik

Die Grafik ist schlicht aber schön bunt und ansprechend gestaltet. Die Würfelfarben sind knallig und dem Thema angemessen. Wie bei anderen Spielen des Genres handelt es sich um ein abstraktes Spiel, das ganz ohne besondere Illustrationen daher kommt. Hier gibt es 4 Sterne.

Materialqualität

Die Würfelspiele von Gamewright kommen in einer kleinen Schachtel mit Magnetverschluss daher. Die Schachtel ist stabil und Reise-geeignet. Der Block beinhaltet 5 verschiedene Zettel, da jeder Spieler mit einem anderen Blatt spielt. Er ist vorbildlich doppelseitig bedruckt. Die Würfel sind wertig und schön bunt. Stifte sind keine enthalten. Von mir gibt es hier solide 5 Sterne für die Ausstattung.

Spielanleitung

Die Spielanleitung ist klar strukturiert und hat keine Lücken. Momentan ist das Spiel nur auf englisch erhältlich, also ist die Anleitung folglich auch englisch. Das Spiel selbst ist aber komplett sprachneutral. Klare 5 Sterne an dieser Stelle.

Wiederspielbarkeit

Durch verschiedene Blätter auf dem Wertungsblock und die Möglichkeit, den Mitspielern die Würfel wegzuschnappen bietet Bloom ein vernünftiges Maß an Wiederspielbarkeit. Der Zufall sorgt dafür, dass man nicht zu sehr vorherplanen kann und auch schon mal in den sauren Apfel beißen muss. Insgesamt sind die Möglichkeiten, Punkte zu machen allerdings nicht sehr vielseitig, was die Wiederspielbarkeit ein wenig schmälert. Von mir 3 Sterne.

Spielgefühl

Bei Bloom fühlt man sich zunächst an Noch mal! erinnert, was sich aber im Laufe der Zeit legt. Das Spiel ist schnell gelernt und schnell gespielt. Immer wieder muss man zwischen unzufriedenem Kunden und schnellem Erreichen der Ziele abwägen. Am Ende kann dabei jeder einzelne Punkt wichtig sein. Insgesamt ein schönes Würfelspiel, dass aber für mich persönlich nicht ganz an die Konkurrenz heranreicht. Trotzdem würde ich es immer wieder mal mitspielen. Deshalb gibt es von mir für das Spielgefühl 3 Sterne.

Fazit

Bloom hat ein schönes Thema und schafft es wieder einmal, klassische Roll and Write Mechanismen in neuem Gewand zu präsentieren. Auch wenn der Funke bei mir nicht ganz übergesprungen ist, sollten Fans des Genres Bloom unbedingt mal ausprobieren. Als Filler oder Absacker wird es bei uns immer wieder auf den Tisch kommen.

Insgesamt kommt Bloom auf solide 3,6 Sterne!*

*Bewertung: Grafik, Materialqualität und Spielanleitung werden einfach gewichtet, Wiederspielbarkeit dreifach und Spielgefühl zweifach.

Spielende

Links

Bloom bei Amazon.com

Bloom bei Boardgamegeek

Bloom auf der Verlagsseite von Gamewright

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Rolling America

Veröffentlicht: 16. Juli 2019 in Rezensionen
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Schachtel

Ein Spiel von Gamewright für mindestens 1 Spieler

Übersicht

Rolling America ist ein Roll and Write aus dem Hause Gamewright. Der amerikanische Verlag hat einige Würfelspiele im Sortiment und so habe ich mir mal ein paar bestellt.

Die Spieler versuchen in diesem Spiel möglichst viele Staaten der USA mit einer Zahl zu füllen. Dazu werden jede Runde zwei Würfel geworfen, die allen Spielern zur Verfügung stehen. Die Würfelfarben entsprechen den Farben einiger Staaten. Für jeden Würfel muss ein Staat der entsprechenden Farbe ausgefüllt werden: Entweder mit der Zahl, dann darf aber keine der umliegenden Zahlen in Staaten eine größere Differenz als 1 haben, oder mit einem X. Letzteres möchte man vermeiden, da am Ende der Spieler mit den wenigsten X gewinnt. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit, Zahlen zu „bewachen“, sprich sie künftig ignorieren zu können, Farben zu tauschen oder Zahlen zweimal einzutragen. Nach 8 Runden endet das Spiel und jeder Spieler muss nun alle leeren Felder noch mit einem X füllen. Am Ende gewinnt der Spieler mit den wenigsten X auf seiner Karte.

Komponenten

Spielgrafik

Die Grafik von Rolling America ist schlicht, aber funktional. Die Würfel sind passend zum Thema mit Sternen gestaltet und hochwertig. Der Block ist sehr abstrakt gestaltet, bietet dadurch aber auch die nötige Übersicht. Von mir 3 Sterne.

Materialqualität

Die Würfelspiele von Gamewright kommen in einer kleinen Schachtel mit Magnetverschluss daher. Die Schachtel ist stabil und Reise-geeignet. An den Würfeln gibt es nichts auszusetzen, es kommt ein schöner, roter Stoffbeutel, aus dem die Würfel gezogen werden mit und der Block ist vorbildlich doppelseitig bedruckt. Stifte werden keine mitgeliefert, was ich bei dem günstigen Preis aber auch nicht erwartet hätte. Glatte 5 Sterne von mir.

Spielanleitung

Die Spielanleitung ist vernünftig strukturiert und lässt keine Fragen offen. Momentan ist das Spiel nur auf englisch erhältlich, also ist die Anleitung folglich auch englisch. Das Spiel selbst ist aber komplett sprachneutral. Klare 5 Sterne an dieser Stelle.

Wiederspielbarkeit

Dadurch, dass immer nur zwei Würfel gezogen werden und nach 6 Würfeln pro Runde die nächste Runde eingeläutet wird, kommen nie alle Würfel ins Spiel. Somit bleibt Rolling America immer wieder unvorhersehbar und abwechslungsreich. Im vergleich zu variableren Spielen kann es nicht ganz mithalten, wird aber so schnell auch nicht langweilig. 4 Sterne von mir.

Spielgefühl

Wirkt Rolling America zu Beginn noch etwas trivial, so offenbart es doch mit zunehmender Anzahl an Zügen sein wahres Potenzial. Nach den ersten Partien lernt man schnell, dass vorausplanen zwingend notwendig ist und dass man sein Hirn ganz schön verzwirbeln kann. Gegen Ende fühlt man sich manchmal etwas machtlos, insbesondere, wenn man zu schnell ganze Farben fertig ausgefüllt hat. Für mich ganz klar ein Geheimtipp, der echten Roll und Write Fans gefallen wird. 4 Sterne.

Fazit

Rolling America hat seine Daseinsberechtigung unter den vielen Roll and Writes, die es mittlerweile gibt auf jeden Fall verdient. Mit einfachsten Mitteln das Hirn zum Rauchen zu bringen – was will man mehr? Wird bei mir immer wieder auf den Tisch kommen und konnte auch bisher alle Mitspieler überzeugen.

Insgesamt bekommt Rolling America respektable 4,1 Sterne!*

*Bewertung: Grafik, Materialqualität und Spielanleitung werden einfach gewichtet, Wiederspielbarkeit dreifach und Spielgefühl zweifach.

(Sehr bescheidenes) Spielende

Rolling America bei Amazon (affiliate Link)

Rolling America bei BoardGameGeek

Rolling America auf der Verlagsseite von Gamewright

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Box Cover

Ein Spiel von Days of Wonder für 2 – 4 Spieler

Übersicht

Corinth ist das neue Roll and Write Spiel von Days of Wonder. Das Spiel ist eine Würfelspiel-Version vom Spiel „Yspahan“. Da ich jenes Spiel nie gespielt habe, werden in der Rezension keinerlei Vergleiche gezogen.

In Corinth versuchen die Spieler in 4 bzw. 6 Runden möglichst viele Punkte durch das Sammeln von Waren, das Bauen von Gebäuden und durch geschicktes Bewegen des Statthalters zu sammeln. Dazu werden jede Runde 9 Würfel geworfen und auf dem Hafen-Tableau verteilt. Die höchsten Augenzahlen kommen dabei immer auf Gold, die niedrigsten auf die Ziegen. Je nach Verteilung werden somit anschließend bis zu 4 verschiedene Waren mit Würfeln belegt. Ist ein Spieler am Zug, kann er von einem Feld alle Würfel nehmen und die entsprechenden Waren oder Ressourcen einzeichnen. Außerdem kann man stattdessen den Statthalter bewegen, um Boni und Punkte zu sammeln. Durch zusätzliche goldene Würfel, kann der Startspieler seinen Wurf verbessern, ohne dass die Mitspieler davon profitieren würden.

Spielgrafik

Corinth habe ich aufgrund des bunt gestalteten Wertungsblockes, den ich auf der SpielDoch! in Duisburg kurz sehen konnte, gekauft. Weitere Infos, außer dass es sich um ein Roll and Write handelt, hatte ich nicht. Die Grafik ist aber für ein Würfelspiel sehr gut gelungen. Selbst die kleinen Ziegen sind liebevoll gestaltet und der ganze Block ist übersichtlich gestaltet. Die Würfel sind mit Rauten statt Punkten auch leicht individuell gestaltet. Hier gibt es nichts auszusetzen. Folgerichtig gibt es deshalb 5 Sterne.

Materialqualität

Viel Material enthält das Spiel nicht: 12 Würfel, ein Tableau und ein Block. Der Block ist sehr dick (150 Bögen) aber leider nicht doppelseitig bedruckt. Das Hafen-Tableau ist aus dicker, stabiler Pappe und genügt allen Ansprüchen. Die Würfel sind leicht, aber solide ohne irgendwelche Mäkel. Leider liegen dem Spiel keine Stifte bei, was bei vielen Mitbewerbern mittlerweile zum Standard gehört. Deshalb gibt es von mir 4 Sterne.

Blick auf das Material

Spielanleitung

Die Spielanleitung ist – typisch für Days of Wonder – sehr gut strukturiert und mit Beispielen und Grafiken verständlich gestaltet. Leider fehlt eine Aussage dazu, ob man mehr Würfel bei den Waren nehmen darf, als man Waren auf seinem Block ankreuzen kann. Somit 4 Sterne.

Wiederspielbarkeit

In den ersten zwei Wochen, die das Spiel in meiner Sammlung verweilen durfte, wurde der Block direkt um ein Viertel seiner Blätter geschröpft. Obwohl die Partien ähnlich ablaufen, ist der Wiederspielreiz durch die schönen Entscheidungsmöglichkeiten und das Zufallselement der Würfel gegeben. Daher 5 Sterne von mir.

Spielgefühl

Corinth macht in jeder Besetzung Spaß. Die Zweispieler Variante funktioniert genau so gut, wie das Spiel zu dritt oder zu viert. Eine Partie geht flott, lässt aber genug verschiedene Möglichkeiten offen, um immer wieder neu zu überlegen und verschiedene Wege auszuprobieren. Ganz ohne Statthalter geht es allerdings erfahrungsgemäß nicht und manchmal gegen Ende einer Partie ist man etwas optionslos. Dennoch reicht es insgesamt für gute 4 Sterne.

Fazit

Corinth hat uns sofort gefallen und im Urlaub für schöne Abende gesorgt. Durch die Entscheidungsvielfalt bei einfachen, schnellen Zügen entsteht ein schönes Spielgefühl und das Wettrennen um die Warensorten bleibt oft spannend bis zum Schluss. Ein weiteres Roll and Write, das seinen Platz in meiner Sammlung verdient hat.

Insgesamt bekommt Corinth somit sehr gute 4,5 Sterne!*

*Bewertung: Grafik, Materialqualität und Spielanleitung werden einfach gewichtet, Wiederspielbarkeit dreifach und Spielgefühl zweifach.

Ende des Spiels

Links

Corinth bei Amazon (affiliate Link)

Corinth bei Boardgamegeek

Corinth auf der Verlagsseite von Days of Wonder

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Cupcake Empire

Veröffentlicht: 31. Mai 2019 in Rezensionen
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Box Cover

Ein Spiel von Ludonova für 2-4 Spieler

Übersicht

In Cupcake Empire versuchen die Spieler – wie der Name schon sagt – das erfolgreichste Cupcake Imperium zu errichten. Um dies zu tun, müssen sie ihren Absatz und ihre Produktion gleichermaßen steigern, um möglichst viel Umsatz (also Siegpunkte) zu erlangen.

Kernstück des Spiels ist ein innovativer und hochinteressanter Würfelmechanismus: Aktionen können ausgeführt werden, wenn in einer Spalte entsprechende viele Würfel der selben Zahl liegen. Hat man beispielsweise 3 Würfel in einer Spalte kann man die einfachste Version der Aktion ausführen, bei 5 Würfeln die verbesserte Version und bei 6 Würfeln die beste Aktion. Alle verwendeten Würfel werden anschließend neu gewürfelt und in der Regel neu auf die Spalten verteilt. Somit variieren die Aktionsmöglichkeiten. Um die Aktionsmöglichkeiten nicht zu sehr einzuschränken, kann ein Würfel in der passenden Spaltenfarbe direkt die nächste bzw. nächst bessere Aktion freischalten. Selbiges gilt für die pinken Jokerwürfel.

Aktionsmöglichkeiten sind beispielsweise das erwerben von Rezepten in Form von Muffins oder Topping, die dann in unterschiedlichen Kombination zusammengesetzt werden können, und die Produktion anzukurbeln. Außerdem kann man über die Aktionen Bäckereien oder Verkaufsstände errichten, um den Absatz zu steigern. Zu guter Letzt kann man Kunden bedienen. Diese zeigen dabei durch ihre Kleidung an, welche Cupcakes sie gerne essen. So bedeutet z.B. braune Hose und grünes Hemd, dass der Kunde gerne einen Schokomuffin mit Minztopping hätte.

Zusätzlich kann man die verschiedenen Aktionsspalten durch Verbesserungen aufwerten und so mehrere Aktionen kombinieren. Offen liegende Ziele geben den Spielern eine weitere Möglichkeit, Punkte zu generieren.

Cupcake Empire ist ein Punkte-Wettrennen: Das Spiel endet, sobald ein Spieler 70 Punkte erreicht bzw. überschreitet. Da man sein Punkteeinkommen kontinuierlich steigert, dauert eine Partie also nicht allzu lange und man muss die Gegner gut im Blick haben, um nicht vom Ende überrascht zu werden. Kommen wir nun zu den einzelnen Wertungen:

Spielgrafik

Die Grafik hat mich vollkommen überzeugt. Knallige Farben, schöne Charaktere, Cupcakes, bei denen einem das Wasser im Mund zusammen läuft und eine gute Ikonografie fügen sich zu einem hervorragend passendem Gesamtbild. Einen Stern Abzug gibt es, weil die Anordnung der Punkte und „Hausnummern“ auf dem Spielplan unübersichtlich ist und in verschiedenen Spielrunden immer wieder für Verwirrung gesorgt hat. Insgesamt somit 4 Sterne.

Materialqualität

Insgesamt ist die Materialqualität sehr gut. Die Kundenmeeple sind groß und aus Holz, genau wie die kleinen Cupcake-Stände und Bäckereien der Spieler. Die Würfel sind matt und neonfarben und begeistern mich jedes mal, wenn das Spiel auf den Tisch kommt, aufs Neue! Einen Stern Abzug gibt es für teilweise sehr kleine Teile wie die Punktemarker / Punkteleiste oder die Aktionsverbesserungen. Das kann teilweise schon fiddelig werden. Auch hier sehr gute 4 Sterne.

Spielanleitung

Die Spielanleitung (englisch) lässt keine Fragen offen, ist vernünftig strukturiert und mit genügend Beispielen ausgestattet. Hier gibt es nichts zu bemängeln und somit volle 5 Sterne!

Wiederspielbarkeit

Der Spielaufbau unterscheidet sich von Partie zu Partie durch die Anordnung der Kunden und durch die offen ausliegenden gemeinsame Ziele. Durch den Würfelmechanismus muss man sich außerdem immer ein Wenig nach den Gegebenheiten richten, sodass keine Partie der anderen gleicht. Dennoch folgt man im Prinzip immer dem gleichen Aufbau seines Imperiums. Deshalb gibt es hier 4 Sterne.

Spielgefühl

Cupcake Empire fühlt sich toll an und kam bis jetzt in allen Runden sehr gut an. Der Glücksfaktor durch das Würfeln hält sich in Grenzen und kann auf verschiedenen Wegen abgefedert werden. Das Thema ist hervorragend umgesetzt und die Liebe zum Detail gestaltet den Einstieg intuitiv und flüssig. Mit maximal 90 Minuten pro Partie (eher 60, je nach Grübler-Anteil) spielt es sich auch angenehm schnell und wird dabei nicht langweilig. Da man die Aktionen recht zügig ausführen kann und auch in den Zügen der Mitspieler betroffen ist, gibt es keine nennenswerte Downtime bis zum nächsten Zug. Die Interaktion beschränkt sich hauptsächlich auf das Wegnehmen von Kunden und Verbesserungen sowie das Verdrängen der gegnerischen Verkaufsstände. Das Ende kann manchmal etwas überraschend kommen und das Spiel ist oft vorbei, wenn man gerade richtig dabei ist. Diese Begrenzung ist gut und richtig, sorgt aber manchmal für ein sehr plötzliches Ende. Daher auch hier von mir 4 Sterne.

Fazit

Cupcake Empire überzeugt auf ganzer Linie! Thema, Grafik, Material und Anleitung sind ein tolles Gesamtpaket und machen Lust auf mehr Spiele aus dem Hause Ludonova. Der Würfelmechanismus ist innovativ und clever und ein tolles Herzstück des Spiels. Bei uns kommt es in jeder Besetzung immer wieder gerne auf den Tisch.

Insgesamt schafft es Cupcake Empire somit auf sehr gute 4,1 Sterne!*

*Bewertung: Grafik, Materialqualität und Spielanleitung werden einfach gewichtet, Wiederspielbarkeit dreifach und Spielgefühl zweifach.

Links

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Cupcake Empire bei Boardgamegeek

Cupcake Empire auf der Verlagsseite von Ludonova

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